Gewaltspirale in Nahost stiftet keinen Frieden

-/AP/dpa/-
Bereits im Juni 2025 hatte Israel den Iran angegriffen (dpa-Foto vom 16.06.2025). Nun folgte, gemeinsam mit den USA, ein weiterer Angriff Israels auf den Iran.
Kirchen zum Nahostkonflikt
Gewaltspirale in Nahost stiftet keinen Frieden
Israel hat gemeinsam mit den USA einen Angriff gegen Iran gestartet. Laut iranischen Medien waren in der Hauptstadt Explosionen zu hören. Die Regierung in Teheran reagierte mit scharfen Worten - und einem Gegenangriff. evangelisch.de hat für Sie alle News und die Reaktionen der Kirchenvertreter zusammengefasst.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, ruft infolge der militärischen Angriffe von Israel, dem Iran und den USA zu einer Deeskalation der Gewalt auf. Sie blicke mit großer Sorge auf die jüngste militärische Eskalation im Nahen Osten, erklärt Fehrs am Samstag in Hannover. "Als Kirche rufen wir zur Deeskalation auf, zum Schutz der Zivilbevölkerung und zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch." 

Die Hamburger Bischöfin sagt weiter: "Die Gewaltspirale aus Angriff und Vergeltung stiftet keinen Frieden; sie bringt stattdessen neues, unsägliches Leid über unzählige Menschen." Vor allem gälten ihre Gedanken und Gebete den leidgeprüften Menschen im Iran, die seit so vielen Jahren unter einem brutalen Regime litten und nun den Schrecken des Krieges ausgesetzt seien.

Auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, sorgt sich um die Bevölkerung der betroffenen Länder. "Ich bete in dieser Stunde für die Menschen in Iran und Israel, die einmal mehr Opfer der Gewalt werden. Und ich bete für die Region, dass sie sich endlich zu einer Stätte echten Friedens statt immer wiederkehrenden Blutvergießens wandeln möge", fügt Wilmer hinzu. Juden, Muslime und Christen seien an den Kämpfen dieser Tage beteiligt und von ihnen betroffen. Er lade die Gläubigen der abrahamitischen Religionen ein, sich dem Gebet anzuschließen.

Weltkirchenrat fordert Ende der Kampfhandlungen

Angesichts der militärischen Eskalation im Nahen Osten ruft der Ökumenische Rat der Kirchen zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen und zu diplomatischen Lösungen auf. "Diese gefährliche Spirale der Gewalt bringt Millionen von Zivilisten unmittelbar in Gefahr, untergräbt die regionale und internationale Sicherheit und bedroht die ohnehin fragile wirtschaftliche und soziale Stabilität im gesamten Nahen Osten", erklärt der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Jerry Pillay, am Samstag in Genf.

Die sich ausweitenden Feindseligkeiten gefährdeten Menschenleben, beeinträchtigten lebenswichtige Infrastruktur und vertieften Angst und Unsicherheit unter Bevölkerungen, "die bereits langanhaltende Instabilität und Konflikte erdulden mussten", sagt Pillay weiter.  Er bekräftigt, dass Streitigkeiten zwischen Staaten durch Dialog, Konsultation und die Einhaltung des Völkerrechts gelöst werden müssten.

"Militärische Konfrontation und eskalierende Vergeltungsmaßnahmen können keine nachhaltige Sicherheit oder keinen Frieden bringen", sagt der Südafrikaner. "Stattdessen vervielfachen sie das Leid und erhöhen das Risiko eines umfassenderen regionalen Flächenbrands mit unvorhersehbaren globalen Folgen." Der Weg nach vorn müsse einer der Deeskalation, des Dialogs und des Respekts vor der Menschenwürde sein, betont er. 

"Präsent, wachsam und vorbereitet"

Am Samstag ist es in Berlin zu mehreren Demonstrationen gekommen. Die Berliner Polizei kündigte an, "angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten" die Lage sehr genau zu beobachten. Sie stehe in engem Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden, twitterte die Pressestelle der Berliner Polizei. Für Berlin bestehe nach derzeitigem Stand keine akute Gefährdung. Die Polizei sei aber "präsent, wachsam und vorbereitet".

Die israelische und die US-Regierung haben einen Angriff gegen Iran begonnen. Die beiden Staaten griffen laut israelischen Streitkräften "Dutzende militärische Ziele" an. Der Iran reagierte unmittelbar und griff vier US-Militärstützpunkte in der Region an. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, man wolle so Bedrohungen für den Staat Israel beseitigen. 

Israels Premier Benjamin Netanjahu verteidigte den Angriff als "Präventivmaßnahme für den Schutz Israels". Ziel sei es, eine "existenzielle Bedrohung zu beseitigen", die Iran darstelle. Irans oberster Führer Chamenei ist nach Angaben iranischer Staatsmedien tot. Das berichtete die Tagesschau. Die Revolutionsgarde kündigt Rache an. Zuvor hatte bereits US-Präsident Trump verkündet, dass Chamenei bei den Angriffen der USA und Israels getötet worden sei.