Mehr als jede vierte Familie mit minderjährigen Kindern blickt einer Umfrage zufolge mit Sorgen in die Zukunft. 27 Prozent der Befragten machten sich momentan "große" oder "sehr große" Sorgen, in den kommenden zwölf Monaten die Grundbedürfnisse ihrer Familie wie Heizen, Kleidung und Nahrung nicht oder nicht ausreichend decken zu können, teilte die Hilfsorganisation "Save the Children" in Berlin mit. Im vergangenen Sommer seien es 25 Prozent, im Januar 2025 nur 15 Prozent gewesen.
Für die repräsentative forsa-Umfrage wurden den Angaben zufolge im Auftrag von "Save the Children" im Juli 1.001 Eltern minderjähriger Kinder in Deutschland zum Thema Kinderarmut befragt. Nur 40 Prozent der Befragten hätten "keine" finanziellen Zukunftssorgen geäußert, hieß es. Vor einem Jahr seien es noch 48 Prozent gewesen.
Ausgaben für Dinge, die über das Notwendigste hinausgehen, könne sich inzwischen mehr als jedes fünfte Elternteil nicht leisten, hieß es. Dass mehr für Familien getan werden müsse, fänden auch Eltern, die selbst kaum finanzielle Sorgen haben. 83 Prozent hätten mehr Anstrengungen der Bundesregierung gegen Kinderarmut gefordert. Vor einem Jahr waren es 76 Prozent.
Kinderarmutsexperte Eric Großhaus von "Save the Children" betonte, die Umfrage zeige einen besorgniserregenden Trend. In nur anderthalb Jahren habe sich die Zahl der Eltern, die sich finanzielle Zukunftssorgen machten, fast verdoppelt. Statt Sozialkürzungen zu planen, müsse die Bundesregierung gegensteuern. Es sei eine Gesamtstrategie nötig, die "Kindern ungeachtet ihrer Herkunft ein gutes Aufwachsen ermöglicht".



