Kopp: Kirche und Christen brauchen "öffentliche Fitness"

Landesbischof Christian Kopp
Daniel Vogl / dpa
"Fit in den gesellschaftlichen Dialogen - das ist Kirche und soll sie sein.", sagt Landesbischof Christian Kopp.
Den Glaubensmucki trainieren
Kopp: Kirche und Christen brauchen "öffentliche Fitness"
Für eine "öffentliche christliche Fitness" plädiert der bayerische Landesbischof Christian Kopp. Damit meint er keinen Sport, sondern dass Christen ihren Glauben mit Begeisterung leben. So könnten sie ihrem Zeugnis (witness) mehr Kraft geben.

Für "Fitness" im öffentlichen Umgang mit dem eigenen Glauben wirbt der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp. Christen und Kirche seien dazu aufgerufen, eine "public Christian fitness" zu leben, sagte er laut Predigtmanuskript am Sonntag in Neuendettelsau.

Es gelte, den Glauben zu trainieren und ihn öffentlich mit Begeisterung nach draußen zu tragen. Anlass war das internationale und ökumenische Fest der weltweiten Kirche.

Eigentlich sei "fitness" ein Wortspiel mit "witness" (Zeugnis, Bezeugen). In dem deutschen Wort stecke ihm aber zu wenig Power, so der Landesbischof. In "public witness" und "public fitness" hingegen sei Kraft drin: "Fit in den gesellschaftlichen Dialogen - das ist Kirche und soll sie sein."

Kirchen brauchen mehr "Bodyforming"

Von afrikanischen Gemeinden höre er oft vom großen Erfolg der Pfingstkirchen. Kürzlich habe ihm der Generalsekretär des All African Council of Churches aus Nairobi, Fidon Mwombeki, gesagt, die Lutheraner seien "zu wenig aktiv im Zugehen auf Neue". Dabei sei die christliche Botschaft "hoch attraktiv": "Es ist unser Ziel, in unserem öffentlichen Zeugnis, in public witness begeisternd und werbend von der Liebe Gottes zum Menschen zu erzählen, diese Liebe zu leben", sagte Kopp.

Wie die Badenden im Münchner Eisbach, die er im Sommer sehe, so gelte es auch für die Kirchen, mehr "Bodyforming" zu betreiben. Auch jeder Einzelne brauche die tägliche Übung im Glauben, so der Landesbischof. Entsprechend "fit" könne man dann den Herausforderungen in der Welt begegnen: "Für die Nächsten da zu sein, ist anstrengend."

Angesichts der "Verdunstung von Religion" müssten Christen davon erzählen, welche Wirkung der Glaube in ihnen habe und wie gut er der Gesellschaft tue. "Salz" und "Licht" zu sein, wovon Jesus in der Bergpredigt spricht, bedeute für ihn, "unübersehbar Christ und Christin zu sein", sagte Kopp. "Salt and Light" war das Thema der diesjährigen Summer School in Neuendettelsau, einem zweiwöchigen Begegnungsformat, das am Sonntag zu Ende ging.