Der Leichenpräparator und Erfinder der "Körperwelten"-Ausstellungen, Gunther von Hagens, ist tot. Er starb nach schwerer Krankheit am Freitag im Alter von 81 Jahren, wie seine Familie und das von ihm gegründete Institut für Plastination am Montag in Heidelberg mitteilten. Seine umstrittenen Ausstellungen menschlicher Körper, die auf Plastinaten von Leichen beruhten, sorgen seit Mitte der 90er Jahre weltweit für Aufsehen.
Die Ausstellungsobjekte der "Körperwelten" gehen auf Körperspenden zurück, über die die Verstorbenen zu Lebzeiten entschieden haben. Hagens selbst verfügte nach Angaben seiner Familie ebenfalls, dass sein Körper nach seinem Tod plastiniert wird. 1993 hatte er das Institut für Plastination in Heidelberg gegründet, 2006 folgte das Plastinarium im brandenburgischen Guben als zentrale Laboreinrichtung.
Hagens wuchs in der DDR auf, wurde dort nach Protesten und einer misslungenen Flucht inhaftiert und im August 1970 von der Bundesregierung als politischer Häftling freigekauft. Er schloss sein Medizinstudium in Lübeck ab und promovierte in Heidelberg.
Kritik unter anderem aus den Kirchen
1977 erfand er die Plastination, eine Technik zur Konservierung von Leichen, bei der die Gewebeflüssigkeit der Toten durch aushärtenden Kunststoff ersetzt wird. In den "Körperwelten" zeigte Hagens ab 1996 die Körper Verstorbener, die er mit dem von ihm erfundenen Verfahren präpariert hatte. Unter anderem Vertreter der Kirchen warfen ihm mangelnden Respekt vor Leben und Tod vor.
2010 machte Hagens seine Parkinson-Erkrankung öffentlich und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Seine Familie führte die Aktivitäten zur Herstellung von Plastinaten sowie die "Körperwelten"-Ausstellungen fort.



