Humanitäre Hilfe: Bündnis warnt Politiker

Aktivisten protestierten vor dem Bundeskanzleramt
epd-bild/Christian Ditsch
Ein Bündnis aus 15 Hilfsorganisationen protestiert am Montag (6. Juli 2026) vor dem Bundeskanzleramt in Berlin gegen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit.
"Menschenwürde im Ausverkauf"
Humanitäre Hilfe: Bündnis warnt Politiker
Die Bundesregierung plant, die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit erneut zu senken. Hilfsorganisationen schlagen vor dem Kanzleramt in Berlin Alarm.

Ein Bündnis aus 15 Hilfsorganisationen hat vor dem Bundeskanzleramt gegen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit protestiert. Bei der Aktion "Menschenwürde im Ausverkauf" forderten die Verbände am Montag in Berlin entsprechende Änderungen im Bundeshaushalt 2027. Dem Bündnis gehören unter anderem "Brot für die Welt", Misereor, Oxfam Deutschland sowie die "Aktion gegen den Hunger" an.

Der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beträgt im laufenden Haushaltsjahr rund 10,06 Milliarden Euro, 1,92 Prozent des gesamten Bundeshaushalts. Für 2027 plant die Bundesregierung eine erneute Kürzung auf 9,5 Milliarden Euro. Am Montagnachmittag sollte der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorgestellt werden.

Die Organisationen kritisierten, dass Deutschland die sogenannte ODA-Quote unterschreitet, das von den Vereinten Nationen gesetzte Ziel, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungszusammenarbeit zu verwenden. Diese Quote lag im Jahr 2025 bei 0,56 Prozent. Laut Angaben der Organisationen sind weltweit schätzungsweise 239 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

"Letztendlich geht es doch auch darum, dass die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit global auch Sicherheit schaffen", sagte der Geschäftsführer von "Aktion gegen Hunger", Jan Sebastian Friedrich-Rust. Das sei auch im Interesse Deutschlands. Das Bündnis der Hilfsorganisationen werde zudem durch einen starken Glauben an Solidarität und Mitmenschlichkeit geeint.