Ricarda Lang diskutiert über Bibel-Zitat

Ricarda Lang sitzt auf Podium mit Mikrofon
epd-Bilderdienst, Fotograf Daniel Peter
Trotz Angst sollten Menschen ein Verantwortungsgefühl entwickeln, mahnt die Grünen-Politikerin Ricarda Lang.
Katholikentag in Würzburg
Ricarda Lang diskutiert über Bibel-Zitat
Beim Katholikentag sprechen Bischof Jung und Grünen-Politikerin Ricarda Lang über Angst, Mut und Verantwortung. Die Heilung eines Blinden im Markusevangelium wird dabei zur Frage an Kirche und Gesellschaft: Wer hört heute die Notschreie?

Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang hat mehr Aufmerksamkeit für sozial Benachteiligte gefordert. "Oft werden Menschen, die am Rand stehen, vermeintlich schwach sind oder schwach gemacht werden, in unserer Gesellschaft nicht gehört", kritisierte die frühere Grünen-Vorsitzende bei einer Bibelarbeit auf dem Katholikentag in Würzburg.
Der Würzburger Bischof Franz Jung sagte, oft bekomme ein Hilferuf erst dann Aufmerksamkeit, wenn ein großes Unglück passiere oder ein Einzelschicksal über die Medien bekannt werde, das exemplarisch für ein größeres Problem stehe.

Furcht dürfe nicht in Ohnmacht umschlagen

Lang und Jung setzten sich mit einer Bibelstelle im Markusevangelium auseinander, aus der das Katholikentags-Motto "Hab Mut, steh auf" kommt. Dort wird ein Blinder zunächst nicht beachtet, dann aber von Jesus wahrgenommen und geheilt. "Es ist eine große Aufgabe von Kirche und Politik, ein waches Ohr für diesen Notschrei zu haben", betonte Bischof Jung.

Die Bundestagsabgeordnete Lang sagte, sie bemerke derzeit bei vielen Menschen Furcht, wenn sie auf die Welt schauten. "Es darf aber nicht in Ohnmacht umschlagen oder in ein Abwenden von der Welt." Mut bedeute, trotz der Angst Verantwortungsgefühl und Handlungskraft zu entwickeln.