Die weltgrößte Glocke einer evangelischen Kirche wird am Dienstag im Magdeburger Dom erwartet. Wie die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Doms mitteilt, sei die Glocke mit ihren mehr als 15 Tonnen Gewicht zu groß und zu schwer für eine Aufstellung im Dom.
Die Glocke werde deshalb per Kran in den Domgarten gehoben und dort auf einer Trägerkonstruktion zwischengelagert. "Das Projekt der Hängung und Einbringung der neuen Glocken in den Westbau des Magdeburger Doms ist ein mehrjähriger Prozess", sagt eine Sprecherin der Stiftung.
Dafür müssten die beiden Westtürme in Teilen umgebaut und das neue Geläut mit insgesamt zwölf Glocken installiert werden. Zudem müssen die Glockenstühle sowie Hänge- und Lagerungskonstruktionen für die Glocken saniert oder neu gefertigt werden.
Die Bronzeglocke "Credamus" ("Lasst uns glauben") war am 28. November vergangenen Jahres in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck (Österreich) gegossen worden. Sie hat den tiefen Schlagton "d0". Mit ihrem Gewicht von 15 Tonnen ist sie nach dem "Dicken Pitter" im Kölner Dom die zweitgrößte Glocke Deutschlands.
Das Geläut des Magdeburger Doms ist seit fast 500 Jahren nicht mehr vollständig. Die "Credamus" ersetzt die historische "Maxima", die im 16. Jahrhundert zu Boden gestürzt war. Für die Wiederherstellung des Domgeläutes setzt sich seit 2018 der Förderverein Domglocken Magdeburg ein.
Die öffentliche Präsentation erfolgt am Pfingstsonntag (24. Mai) im Magdeburger Dom mit dem mitteldeutschen Landesbischof Friedrich Kramer und Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU).




