Unter dem Motto "Colour the World" ist am Freitagabend der 12. Internationale Gospel-Kirchentag in Stuttgart gestartet. Bis zum Sonntag treffen sich rund 5.000 Sängerinnen und Sänger. Mehr als 200 Chöre aus 23 Ländern sowie mehrere zehntausend Besucher werden erwartet.
Der 12. Internationale Gospelkirchentag verzeichnet mit über 5.000 aktiven Teilnehmer:innen einen Rekord - und zieht darüber hinaus zehntausende Besucher:innen an. Stuttgart gilt bereits unabhängig davon als Standort des größten regelmäßigen Gospelchors in Deutschland. Hinter dem Großereignis steht die Creative Kirche Witten, die das Festival gemeinsam mit der württembergischen Landeskirche organisiert. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) erklärt Festivalleiter Martin Bartelworth, warum Gospelmusik Menschen weit über kirchliche Milieus hinaus begeistert, welche Rolle Stuttgart als Gastgeber spielt - und weshalb trotz aller Euphorie nicht alle Erwartungen erfüllt wurden.
epd: Herr Bartelworth, warum können sich offenbar mehr Menschen für Gospelmusik begeistern als für "klassische" Kirchenmusik?
Martin Bartelworth: Ist das so? Zumindest lässt sich das gemeinsame Singen und Erleben sehr gut zusammen mit der großen "Wir-Erfahrung" mobilisieren.
Gut, anders gefragt: Was macht Gospelmusik so anziehend auch für Menschen, die sonst nichts mit Kirche am Hut haben?
Martin Bartelworth: Gospelmusik verbindet ansteckenden Rhythmus mit eingängigen populären Melodien, starke Emotionen und eine unmittelbar spürbare positive Botschaft von Hoffnung und Gemeinschaft. Sie spricht viele Menschen direkt an - unabhängig von religiösem Hintergrund.
Das Gospelfestival findet bereits zum 12. Mal statt, aber das erste Mal in Stuttgart. Was hat den Ausschlag für Stuttgart gegeben und was erhoffen Sie sich von der Stadt?
Martin Bartelworth: Stuttgart hat mit "Gospel im Osten" eine sehr vitale Chorarbeit und stellt mit hunderten von Sänger:innen den größten regelmäßigen Gospelchor in Deutschland. Ebenso konnten wir mit der Landeskirche in Württemberg bereits einige Großprojekte erfolgreich umsetzen. So zuletzt im Dezember das Chormusical "Bethlehem" mit 1.500 Sänger:innen und einer ausverkauften Porsche-Arena. Die Stadt bietet eine lebendige Kulturszene, ein offenes Publikum und eine gute Infrastruktur.
Wir erhoffen uns neue Impulse für die Chorarbeit, und viele begeisterte Besucherinnen und Besucher wie zum Beispiel bei der Chornacht am 2. Mai ab 19:30 Uhr mit 75 Chören an 20 Spielorten. Auch der politische Wille, das ausstrahlungsstarke Festival seitens der Stadt finanziell zu fördern, hat zur Entscheidung beigetragen. Diese Hoffnung hat sich aufgrund der Haushaltssituation der Stadt leider nicht erfüllt. Jetzt aber freuen wir uns über einen neuen Rekord mit über 5.000 aktiven Sänger:innen, die sich nach Stuttgart auf den Weg machen.




