Die rheinland-pfälzische CDU verdankt ihren überraschend klaren Sieg bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag vor allem katholischen Wählerinnen und Wählern. Bei katholischen Christen konnte sie 42 Prozent der Stimmen gewinnen, wie die Forschungsgruppe Wahlen mit Sitz in Mannheim am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. In der evangelischen und konfessionslosen Wählerschaft blieb die Partei von Spitzenkandidat Gordon Schnieder mit 27 und 24 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.
Die Daten, die aus einer Befragung von mehr als 16.800 Wählerinnen und Wählern am Wahltag stammen, zeigen zudem, dass die SPD unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer bei evangelischen Christen mit 31 Prozent ihren Spitzenplatz verteidigen konnte. Die Partei konnte aber nur 24 Prozent der katholischen und 23 Prozent der konfessionslosen Wähler gewinnen. Sowohl Amtsinhaber Schweitzer als auch sein erfolgreicher Herausforderer Schnieder sind katholisch. Während Schnieder aus der stärker katholisch geprägten Eifelregion stammt, ist Schweitzer in der konfessionell gemischten Südpfalz beheimatet.
Für die AfD stimmten 17 Prozent der Katholiken, 20 Prozent der Protestanten und 22 Prozent der Konfessionslosen in Rheinland-Pfalz. Grüne und Linke konnten vor allem bei der Gruppe der Konfessionslosen punkten. So setzten 12 Prozent der Wählerinnen und Wähler ohne Religionszugehörigkeit ihr Kreuz bei den Grünen, aber nur 6 Prozent der Katholiken und 7 Prozent der Protestanten.
Bei der Landtagswahl am Sonntag wurde die rheinland-pfälzische CDU erstmals nach 35 Jahren wieder stärkste politische Kraft im Land. Die bisherige Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP wurde deutlich abgewählt, da insbesondere SPD und FDP starke Verluste hinnehmen mussten und die FDP klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.



