"AfD-Positionen sind demokratiefeindlich"

Landesbischof Christian Kopp
Daniel Vogl/dpa
Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp warnt davor, dass Denken der anderen nicht zu respektieren.
Bischof Kopp zur Wahl im März
"AfD-Positionen sind demokratiefeindlich"
Wenige Tage vor der bayerischen Kommunalwahl sagte der evangelische Landesbischof Kopp, Demokratie müsse immer auf Ausgleich und Respekt setzen. Eine indirekte Warnung vor einem Kreuz bei der AfD.

Auch wenn die Kirche keine parteipolitische Wahlempfehlung abgebe, müsse klar gesagt werden, "dass die Positionen, die die sogenannte Alternative für Deutschland vertritt, schlicht und einfach demokratiefeindlich sind und auch menschenfeindlich", sagte Kopp am Dienstag im Münchner Presseclub.

Die AfD ziehe gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in ihren Parteiprogrammen nach oben, etwa in Sachsen-Anhalt: "Sie nehmen ganz gezielt Gruppen raus, die nicht dazugehören sollen", sagte Kopp. In Sachsen-Anhalt finden im September Landtagswahlen statt, die AfD liegt dort laut Umfragen deutlich vorn. Der bayerische Landesbischof prangerte die "Kirchenfeindlichkeit" der AfD an: "Die wollen alles dafür anstellen, dass katholische und evangelische Kirche keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen."

"Wenn wir so in einer Demokratie vorgehen, dann zerstören wir die Demokratie", sagte Kopp. Eine Demokratie setze immer auf Ausgleich und Respekt. "Wo nicht mehr das Denken von anderen respektiert wird, da kommen wir in die Diktatur", warnte er.

Am 8. März finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Vor wenigen Wochen hatte die Landeskirche ihre Kampagne "Unser starkes Kreuz für Demokratie" gestartet. Darin will sie sich für einen fairen und menschlichen Wahlkampf einsetzen, gegen populistische Tendenzen und für ein respektvolles Miteinander.