Anlässlich einer mit Rechtsextremisten besetzten AfD-Stadtratsliste bei der Kommunalwahl am 8. März ruft das Straubinger Bündnis "Wir sind bunt" am 21. Februar (16 Uhr) zu einer Kundgebung "Keine Extremisten im Stadtrat" auf.
Die Partei habe mit Jakub Jarczok einen Kandidaten aufgestellt, der sich offen zur "Identitären Bewegung" bekenne, teilten die Verantwortlichen mit. Bei der Kundgebung will das zivilgesellschaftliche Bündnis eine "rote Linie ziehen", die Extremisten nicht überschreiten dürften. Die Organisatoren rufen dazu auf, ein Exemplar des Grundgesetzes mitzubringen. Damit soll eine Menschenkette vor dem Rathaus gebildet werden, um es vor Extremisten zu schützen.
Die "Identitäre Bewegung" (IB) vertrete eine "völkisch-abstammungsmäßige und rassistische Ideologie, die gegen die Menschenwürde verstößt und somit verfassungswidrig ist", sagte Ruhestandspfarrer Hasso von Winning am Freitag dem epd. Vom Verfassungsschutz werde die IB als gesichert rechtsextrem eingestuft. Zudem gebe es einen Unvereinbarkeitsbeschluss zwischen AfD und "Identitärer Bewegung", sagte von Winning: "Wie kann es sein, dass bei Jarczok die Vorgaben der eigenen Partei ignoriert werden?"
Kirchenvertreter marschieren mit
Die evangelische Kirche in Straubing unterstütze den Einsatz der Kundgebung für Demokratie und Menschenwürde, sagte von Winning weiter. Die Identitäre Bewegung stehe im Gegensatz zu allem, "was uns wichtig ist und wofür wir uns einsetzen". Die Organisatoren verbinden damit einen Aufruf, bei der Kommunawahl am 8. März demokratisch zu wählen. Mehr als ein Viertel der Wählerinnen und Wähler in den Landkreisen Straubing, Schwandorf und Deggendorf gab bei der Bundestagswahl 2025 der AfD ihre Stimme.


