Berichte über zahlreiche Tote, Massenverhaftungen und Einschränkungen der Kommunikationsfreiheit im Iran sind überall in den Medien und sorgen international für Besorgnis. Auch EKBO-Bischof und EKD-Flüchtlingsbeauftragter Christian Stäblein zeigt sich angesichts der Proteste besorgt. "Die wenigen Bilder, die uns erreichen, lassen Schreckliches vermuten: Verhaftungen, Folter, Massaker mit hunderten Ermordeten", sagt er in einem Pressestatement.
Das Regime eröffne buchstäblich das Feuer auf die eigene Bevölkerung. Es seien junge und alte Menschen, Frauen und Männer, Menschen unterschiedlichster Herkunft, Überzeugung und Religion, die sich dem Staatsterror entgegenstellten, fasst der Bischof zusammen und betont: "Sie stehen nicht nebeneinander, sondern miteinander und gehen für ihre grundlegendsten Menschenrechte auf die Straße; ihre Sehnsucht nach Frieden und Freiheit ist riesengroß und offenbar größer als die Angst vor Einschüchterung, Gewalt, Folter und Mord."
Laut Medienberichten haben die iranischen Behörden das Internet und andere Kommunikationskanäle abgeschaltet, um die Verbreitung von Informationen und die Koordination der Demonstrationen zu erschweren.
Stäblein kommentiert: "Als Christ weiß ich: Gott steht nicht auf der Seite der Mächtigen, sondern bei denen, denen die Stimme genommen wird. Wo Menschen angegriffen, gefoltert und getötet werden, wird immer auch Gott angegriffen, ja gelästert. Darum lässt uns auch als evangelische Kirche dieses Geschehen nicht gleichgültig – nicht politisch, nicht geistlich, nicht menschlich."
Der Bischof schließt sein Statement mit einem Gebet für die Demonstranten: "So bitten wir für die Menschen im Iran: für alle, die protestieren, und für alle, die trauern; für die Gefangenen und alle, die in Todesangst sind; für alle Christinnen und Christen, deren Glaube sie zusätzlich gefährdet: Möge die Gewalt nicht das letzte Wort behalten – sondern das Leben als freie Menschen."


