Latzel: Waffen allein schaffen keinen Frieden

Präses Thorsten Latzel zu Waffenlieferungen

© Ja/Hans-Juergen Bauer

Der rheinische Präses Thorsten Latzel bejaht die Lieferung von schweren Waffen in die Ukraine. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien sie das einzige Mittel, um Recht zu schaffen.

Diskussion um Waffenlieferungen
Latzel: Waffen allein schaffen keinen Frieden
Der rheinische Präses Thorsten Latzel hat seine Zustimmung zu Waffenlieferungen für Ukraine bekräftigt. Ein begrüßt eine Diskussion darüber auch innerhalb der Kirche. Mit Waffen allein sei Frieden nicht zu schaffen, betont der Präses.

Derzeit sei durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Form von Gewalt eines Tyrannen gegen ein anderes Land zu erleben, sagte Latzel am 8. Mai in Bonn. In dieser Phase brauche es eine Form der rechtschaffenden Gewalt, die andere Gewalt eindämme. Waffenlieferungen halte er deshalb im Moment für gerechtfertigt. "Aber Frieden werden wir nicht allein durch Waffen schaffen können", unterstrich er.

Es sei gut, "dass wir in der evangelischen Kirche eine Diskussion darüber führen", sagte Latzel beim Zentralen Bonner Friedens-Aktions- und Begegnungstag zum 77. Gedenktag an das Kriegsende in Deutschland. "Frieden müssen wir immer im Einklang mit Gerechtigkeitsfragen sehen", erklärte er.

Der rheinische Präses würdigte zugleich die kirchliche Flüchtlingshilfe: "Wir haben eine lange Erfahrung mit Geflüchteten, das hilft uns dabei, jetzt schnell wieder helfen zu können." Als Aufgaben nannte Latzel, seelsorgerische Betreuung zu leisten, traumatisierten Menschen zu helfen, und Kitaplätze zu schaffen.

Die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) erklärte, wichtig sei jetzt auch dafür zu sorgen, dass so etwas nicht mehr passiere. So müsse der Zivile Friedensdienst gestärkt werden. Auch sei mehr Vernetzung nötig, und man dürfe sich wirtschaftlich nicht erpressbar machen.

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