Breites Bündnis protestiert gegen Krieg

Schüler hält auf Frankfurter Opernplatz während Demonstration von Schülern gegen den russischen Angriff auf die Ukraine ein Plakat in der ukrainischen Landesfarben und einem Peace-Zeichen

© Arne Dedert/dpa

Ein Schüler hält auf dem Frankfurter Opernplatz während einer Demonstration von Schülern gegen den russischen Angriff auf die Ukraine ein Plakat in der ukrainischen Landesfarben und einem Peace-Zeichen.

Demo mit EKHN in Frankfurt
Breites Bündnis protestiert gegen Krieg
Für Sonntag (13.3.) ruft ein Bündnis von rund 50 Organisationen - darunter die EKHN - unter dem Motto "Stoppt den Krieg! Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine" ab 12 Uhr auf dem Frankfurter Opernplatz zum Protest auf.

Am Samstag ruft die internationale Aktion "#StandWithUkraine" ab 14 Uhr auf der Frankfurter Hauptwache zu einer Demonstration auf. "Wir vereinen uns gegen Putins Invasion und Gewalt und unterstützen die Menschen in der Ukraine", heißt es in dem Aufruf. "Wir wissen: Dies ist nicht 'nur' ein Angriff auf die Ukrainer. Dies ist ein Krieg gegen demokratische Werte, Menschenrechte und Frieden."

Am Sonntag sind um 12 Uhr unter anderem in Frankfurt, Berlin, Stuttgart und Leipzig Großkundgebungen eines breiten Bündnisses aus Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Kirchen geplant. Unter dem Motto "Stoppt den Krieg! Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine" ruft für Sonntag ein Bündnis von rund 50 Organisationen ab 12 Uhr auf dem Opernplatz zum Protest auf. Organisatoren der Demonstration sind der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), Fridays for Future und Attac. Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) haben zur Teilnahme aufgerufen.

"Proteste gegen den Krieg sind zugleich Signale des Mitgefühls und der Solidarität für alle Menschen, die jetzt unmittelbar unter dem entsetzlichen Krieg leiden - in der Ukraine und auf der Flucht vor dem Krieg", sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung am Freitag. Die Proteste drückten auch eine Verbundenheit mit den mutigen Menschen aus, die in Russland ihre Stimme gegen den völkerrechtswidrigen Angriff ihrer Regierung auf das Nachbarland erheben. Es sei höchste Zeit für eine öffentliche Debatte darüber, wie die Friedenspolitik Deutschlands und Europas gestaltet werden soll.

"Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der russischen Führung im Herzen Europas wird immer brutaler. Sie droht mit Atomwaffen", heißt es in dem Aufruf zur Demonstration. "Das Leiden der Menschen in der Ukraine wird immer dramatischer. Wir fühlen mit ihnen und stehen an ihrer Seite. Wir halten unsere Türen offen für jede*n, der*die aus Kriegen entkommen kann". Das Bündnis befürworte "scharfe wirtschaftliche Sanktionen", um die Kanäle zur Finanzierung des Krieges zu kappen. "Unser Ziel sind Friedensverhandlungen, die in einem atomwaffenfreien Europa gemeinsamer Sicherheit, des Friedens und der Abrüstung unter Einschluss von Ukraine und Russland münden."

Attac-Sprecher Roland Süß kritisierte die geplante Verstärkung der Bundeswehr. "Aufrüstung verhindert keinen Krieg", sagte er. "Statt jährlich zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Rüstung zu stecken, müssen wir massiv in den sozial-ökologischen Umbau investieren." Die Bewegung Fridays for Future Frankfurt bekräftigte, dass die aktuelle Situation die Überwindung der fossilen Brennstoffe und eine radikale Energiewende erfordere. "Wir müssen schnell raus aus Kohle, Öl und Gas." Fossile Rohstoffe finanzierten den völkerrechtswidrigen Krieg maßgeblich.

Zu dem Bündnis gehören unter anderem auch die katholische Friedensorganisation "pax christi", das Netzwerk Friedenskooperative, Greenpeace, der Bund Umwelt und Naturschutz, die Organisation Seebrücke sowie die Ärztinnen und Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW).

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