Käßmann entsetzt über Lage an polnisch-belarussischer Grenze

Flüchtlinge an der belarussisch-polnischen Grenze

©Leonid Shcheglov/dpa

„Echt, es kotzt mich an!“, schrieb die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Margot Käßmann, in der „Bild am Sonntag“ zur Situation der Menschen, die an der Außengrenze Europas bei eisigen Temperaturen schutzlos in Wäldern kampieren.

Migranten im Grenzgebiet
Käßmann entsetzt über Lage an polnisch-belarussischer Grenze
Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat sich entsetzt gezeigt über die Lage der Flüchtlinge an der polnisch-belarussischen Grenze. Sie könne die Bilder der Menschen, die an der Außengrenze Europas bei eisigen Temperaturen schutzlos in Wäldern kampierten, kaum ertragen, schrieb Käßmann in der „Bild am Sonntag“.

Margot Käßmann beklagte, dass in Deutschland eine "Angststarre" davor herrsche, "die Rechten könnten sagen, es würde Deutschland überfremden, wenn wir auch diese Flüchtlinge noch ins Land lassen".

Andere seien damit beschäftigt, trotz Lieferkrise alle Weihnachtsgeschenke zu ordern, schrieb die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): "Echt, es kotzt mich an!" An die Europäische Union appellierte sie, ein Machtwort zu sprechen: "Macht endlich klar, dass Barmherzigkeit nicht nur ein netter Begriff, sondern eine Haltung ist! Wohlfeile Worte über die europäischen Werte sind absolut hohl für alle, die bei Bildern von hungernden Kindern und Leichen erfrorener Menschen an der polnischen Grenze noch einen Funken Mitgefühl spüren."

Seit Monaten versuchen Menschen aus Staaten wie Afghanistan oder dem Irak, über Belarus in die EU zu gelangen. Ihre Zahl hat sich zuletzt deutlich erhöht. EU-Spitzenpolitiker werfen dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko vor, die Menschen mit Versprechungen einer leichten Einreise anzulocken und dann an die Grenze zu Polen, Litauen oder Lettland zu schleusen. Nach Medienberichten hängen immer wieder Tausende Flüchtlinge oder Migranten im Grenzgebiet fest.

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