"Kabul, City in the Wind" geht auf Tour

Afghanischer Film kommt in die Kinos

©Jip-Film

Eine Kinotour mit dem Dokumentarfilm "Kabul, City in the Wind" startete am 14.9.2021 in Frankfurt und reist durch fünf andere deutsche Städte. Die Tour wird von dem afghanischen Regisseur Aboozar Amini begleitet.

Afghanistan im Film
"Kabul, City in the Wind" geht auf Tour
Der Dokumentarfilm "Kabul, City in the Wind " von Aboozar Amini - von der Jury der Evangelischen Filmarbeit ausgezeichnet - ist nun mit dem afghanischen Regisseur auf einer kleinen Kino-Tour durch Deutschland unterwegs.

Die Reise durch sechs deutsche Städte wurde vom Filmverleih Jip-Film in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) in Frankfurt gestartet. Das EZEF ist eine Fachstelle von Brot für die Welt; Trägerorganisation ist das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP).

Der 88-minütige Dokumentarfilm (2018, Niederlande) eröffnet nach den erschütternden Nachrichten-Bildern, die uns in der letzten Zeit aus Afghanistan erreichen, die Möglichkeit eines tiefen Einblicks in Leben und Alltag der afghanischen Hauptstadt, so der Filmverleih in Frankfurt. Indem der Film dem Jungen Afshin und seinem kleinen Bruder und dem Busfahrer Abbas Stimme und Raum gibt, stellt er die Menschen einer Stadt in den Mittelpunkt, die von Krieg und Gewalt geprägt ist. Afshin muss, nachdem sein Vater gezwungen ist, das Land zu verlassen, die Verantwortung für die Familie übernehmen. Regisseur Amini nimmt sich die Zeit für die genaue Beobachtung und verschränkt die Geschichten der Menschen zu einem berührenden Portrait einer Stadt im Ausnahmezustand, so der Filmverleih.

Der kurzfristig eingeladene Regisseur stellt den Film in folgenden Städten selbst vor und spricht über den Film und die Lage in Afghanistan mit dem Publikum: 16. September 2021 (19.30 Uhr) Casablanca Kino, Nürnberg; 17. September (18.00 Uhr) Hollywood am Inn, Bavaria Biennale Film Festival, Mühldorf; 18. September (17.00 Uhr) City Kino Wedding, Berlin; 19. September (17.00 Uhr) Hessischer Dokumentarfilmtag, Capitol Kino, Marburg; 20 September (20.00 Uhr) Abaton Kino, Hamburg. 

"Kabul – City in the Wind" wurde mit dem Filmpreis Globale Perspektiven ausgezeichnet und von der Jury der Evangelischen Filmarbeit im Februar als Film des Monats nominiert. Er wurde von Brot für die Welt aus Mitteln des kirchlichen Entwicklungsdienstes in der Produktion gefördert und wird von EZEF 2022 als DVD für die Bildungsarbeit herausgegeben.

Der Film erzählt, von Afshin, der, so erklärt es ihm sein Vater, jetzt der Mann im Haus ist. Der Vater, ein Ex-Soldat, muss das Land aus Sicherheitsgründen verlassen. Seine Kaserne wurde zum Ziel der Taliban; kaum einer überlebte den Anschlag. Der Teenager Afshin trägt nun die Verantwortung für das immer wieder undichte Hausdach, er muss die Einkäufe erledigen und den vertrockneten Baum wässern. Auf seinen kleinen Bruder Benjamin soll er auch achtgeben. Abbas, der Busfahrer, ringt mit seiner Schuldenlast. Das Chaos der afghanischen Hauptstadt erschwert seinen Alltag immer mehr. Um seine Probleme zu vergessen, singt er Lieder flieht in den Drogenrausch. Über all dem hängt tief und malerisch der staubige Himmel Kabuls. Selbstmordanschläge sind Alltag.

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