Frankfurter Katholiken für gemeinsame Mahlfeiern

Gegenseitige Einladung zum konfessionsübergreifenden Abendmahl

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Der katholische Frankfurter Stadtsynodalrat hat sich mit einem Beschluss für gemeinsame Mahlfeiern von Katholiken und Protestanten ausgesprochen..

Frankfurter Katholiken für gemeinsame Mahlfeiern
Der Frankfurter Stadtsynodalrat ermuntert dazu, "der ökumenischen eucharistischen Abendmahlsgemeinschaft den Weg zu bereiten". Der Ökumenische Kirchentag im Mai solle eine Entwicklung zu mehr Gemeinsamkeit anschieben, so die Hoffnung des katholischen Gremiums.

Der Stadtsynodalrat, der sich aus haupt- und ehrenamtlichen Vertretern der katholischen Stadtkirche zusammensetzt, habe aus Anlass des 3. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) in der Stadt (13. bis 16. Mai) einen Beschluss zur gegenseitigen Teilnahme von katholischen und evangelischen Christinnen und Christen am Empfang von Eucharistie und Abendmahl in den Feiern der jeweils anderen Konfession verabschiedet, teilte die katholische Stadtkirche mit. Darin heißt es, dass die Mitglieder des Stadtsynodalrats das Vertrauen des Frankfurter Ökumene-Kreises teilen, "dass es der eine Tisch des Herrn ist, an den Christus alle Getauften im evangelischen Abendmahl wie in der katholischen Eucharistie einlädt". Dieses Vertrauen gelte auch für die Zeit nach dem Kirchentag.

Es freue ihn, dass sich die katholische Stadtkirche über den ÖKT hinaus ein von der Mitte her motiviertes Zusammenfinden von katholisch und evangelisch auf die Fahnen geschrieben habe, sagte der Vorsitzende des Stadtsynodalrats, Stadtdekan Johannes zu Eltz laut Mitteilung. Es sei ihm von Anfang an ein Anliegen gewesen, dass nicht ein Strohfeuer entzündet werde, sondern "dass wir uns vom Kirchentag anschieben lassen, um dort, wo die Glutkerne der Kirche sind, mehr Gemeinsamkeit zu finden". Diese gebe es bereits in der langen ökumenischen Tradition bei vielen anderen Fragen.

Zukunftsperspektive wichtig

Dem anderen "zeigen und sagen, dass wir denselben Herrn in derselben Weise bei ihnen wirksam sehen wie bei uns", das hebe im Tiefsten die Trennung auf, betonte zu Eltz. "Wir haben einen Herrn, einen Glauben, eine gemeinsame Hoffnung und das hat damit zu tun, dass wir auf derselben Spur sind, wenn wir Abendmahl oder Eucharistie feiern." Diese Identität müsse bei aller Differenz zum Ausdruck gebracht werden können.

"Es gibt mehr Verbindendes als das, was uns trennt: Jesus Christus lädt uns ein", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Synodalrats, Marianne Brandt. Sie sei froh darüber, "dass wir uns hinter die Einladung gestellt haben, an den jeweils anderen konfessionellen Gottesdiensten am Samstagabend teilzunehmen". Besonders am Herzen liege ihr die Zukunftsperspektive.

In seiner Stellungnahme schließt er sich dem Votum des Ökumenischen Arbeitskreises katholischer und evangelischer Theologen (ÖAK) an. Der ÖAK war in seiner vor zwei Jahren veröffentlichten Studie "Gemeinsam am Tisch des Herrn" zu dem Schluss gekommen, dass eine wechselseitige Teilnahme an den Feiern von Abendmahl/Eucharistie in Achtung der je anderen liturgischen Traditionen theologisch begründet und deshalb möglich ist.

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