Der Soundtrack für die Fastenzeit

Tätowierte Arme eines Klavierspielers
Fundus/Immanuel Malcharzyk
Fasten mit Musik.
7 Lieder für 7 Wochen
Der Soundtrack für die Fastenzeit
Bei der Fastenaktion "7 Wochen Ohne" geht es in diesem Jahr um das Thema Gefühle. Und da spielt Musik natürlich eine große Rolle. Redakteur und Musikkritiker Claudius Grigat hat für die Fastenzeit eigens eine Playlist maßgeschneidert.

Kennen Sie das? Sie laufen mit Musik auf den Ohren durch die Stadt und in dem Moment scheint es so, als seien Sie in einem Film und der Track spielt nicht nur für Sie? Musik bedient ein ganzes Spektrum an Gefühlen. Da sich die Fastenaktion "7 Wochen Ohne" in jeder Woche einem Gefühl widmet, bietet es sich also an, die mit Musik zu verknüpfen. Redakteur und Musikkritiker Claudius Grigat hat für jedes Sentiment ein Lied rausgesucht und eine spannende Hintergrundgeschichte dazu gefunden. Die kompletten Texte finden Sie im Begleitheft der Aktion.

Wir wollen Ihnen die Playlist aber nicht komplett vorenthalten. Für das Motto der ersten Fastenwoche, "Sehnsucht", hat Claudius Grigat den Song "Woanders" von Masha Qrella (2021) ausgewählt. Wie passend: Die Sängerin wuchs in Ost-Berlin auf und sehnte sich nach dem Westen.

Für das zweite Wochenmotto "Weite" schlägt Grigat den Hit "Smalltwon Boy" von Bronski Beat (1984) vor. Wieso? Weil Sänger Jimmy Somerville hier die Enge seiner Heimatstadt in der Provinz hinter sich lässt und in die Weite der Welt zieht.

In Woche drei geht es um das Gefühl der Verletzlichkeit. Passend dazu stellt Grigat den Song Boys Do Cry (feat. Trille) von Il Civetto (2024) vor. Den Titel könne man am besten mit "Jungs weinen sehr wohl" übersetzen, schreibt er. Der beziehe sich natürlich auf "Boys Don’t Cry" (Jungs weinen nicht), den ikonischen Song von The Cure aus dem Jahr 1979.

Wo ist die Liebe? Und das Mitgefühl?

Um Mitgefühl geht es in der vierten Fastenwoche und da greift der Musikexperte den Pop-Hit "Where Is the Love?" von den Black Eyes Peas (2003) auf. Gemeint sei mit der Frage auch: Wo ist das Mitgefühl? Interessant: Der Song entstand nach dem Eindruck des Anschlags vom 11. September und wurde 2003 während des Irak-Kriegs veröffentlicht. 

Ums Nachfragen geht es in der fünften Woche und dazu wählt der Redakteur "This Is How It Feels" von den Inspiral Carpets (1990) auf. In dem Song fragt die Britpop-Band aus Manchester: "So this is how it feels to be lonely / This is how it feels to be small / This is how it feels when your word means nothing at all" ("So fühlt es sich an, einsam zu sein, klein zu sein, wenn dein Wort überhaupt keine Bedeutung hat").

In der vorletzten Woche geht es wortwörtlich um "Sanfte Töne" und was wäre da stimmungsvoller als "Killing Me Softly" von Roberta Flack (1973)? Jeder kennt die Lyrics und die Melodie. Aber kennen Sie auch die Entstehungsstory des Songs? Claudius Grigat teilt sie im Sonderheft.

Die finale Fastenwoche dreht sich um Furcht und große Freude. Dazu empfiehlt der Musikkritiker Grigat den Track "Glad" von Saint Etienne (2025). Er schreibt dazu über die vielen, teilweise miteinander im Konflikt-stehenden Gefühlen des Osterfestes. Trauer, Furcht, Freude. "Dieser Song erzählt genau das, mit ganz wenigen, gezielt gesetzten Worten. Und mit seiner Musik", schreibt Grigat.

Wenn Sie nun neugierig geworden sind, dann haben wir hier alle sieben Musik-Empfehlungen für Sie in einer Playlist zusammengestellt.