Badische Kirche engagiert sich gegen Rassismus

Stifte in Hautfarben

© Alexandr Vorontsov/iStockphoto/Getty Images

In Baden setzen die evangelischen Kirchen für die internationalen Wochen gegen Rassismus ein Zeichen gegen Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit.

Badische Kirche engagiert sich gegen Rassismus
Evangelische Kirchen in Baden setzen für die internationalen Wochen gegen Rassismus ein Zeichen gegen Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit. Zu Veranstaltungen laden unter anderem das Diakonische Werk in Heidelberg, in Pforzheim und im Main-Tauber-Kreis ein.

Die Wochen gegen Rassismus stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Solidarität. Grenzenlos" und dauern bis 28. März.  Erstmals beteiligt ist die Diakonie Pforzheim. In Kooperation mit dem Integrationsmanagement der Stadt sowie der Integrationsbeauftragten hat sie Ausschnitte aus dem Buch "Papa, was ist ein Fremder? - Gespräch mit meiner Tochter" von Tahar Ben als Podcasts aufgenommen. Geplant sei, die einzelnen Podcasts täglich über die Facebook-Seite der Diakonie zu veröffentlichen, sagte die Kirchenbezirksbeauftragte und Integrationsmanagerin beim Diakonischen Werk Pforzheim, Hanna Keppler, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Alltagrassismus begegne Migranten und Menschen mit ausländischen Wurzeln besonders oft bei der Wohnungssuche, der Suche nach Arbeit oder im Umgang mit Behörden, sagte die Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration und ehrenamtliche Integrationsbegleitung Anna Elisabeth Arnold aus Heidelberg. Auch ehrenamtliche Begleiter von Migranten seien mit Alltagrassismus konfrontiert. Sie wüssten dann oft nicht, wie sie sich verhalten sollten, um die Situation nicht weiter zu verschärfen, sagte die Diplom-Theologin.

Reflektieren beim virtuellen Kneipenbesuch

Das Diakonische Werk Heidelberg hat dazu für Dienstag (23. März) um 18 Uhr eine Online-Lesung der Mannheimer Schulamtsleiterin Florence Brokowski-Shekete organisiert.  In ihrem Buch "Mist - die versteht mich ja" beschreibt die Autorin autobiografisch, wie sie als in Deutschland aufgewachsene Frau aus Nigeria Alltagrassismus erlebte. Das reichte vom Erstaunen "Sie sprechen aber gut deutsch" über Anfassen und ungefragtes In-die-Haare-greifen - Übergriffe, denen Menschen dunkler Hautfarbe regelmäßig ausgesetzt seien, sagte Arnold.

Im Anschluss an die Lesung ist eine Diskussion geplant. Hier wie in dem virtuellen Kneipenbesuch am 26. März um 19 Uhr unter dem Titel "Rassist*in - ich doch nicht" hätten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr eigenes "verstecktes, rassistisches Gedankengut" zu reflektieren, sagte die Organisatorin.

Gottesdienst mit Live-Übertragung

Mit einer Verteilung von Stickern und Buttons sowie Social-Media-Beiträgen und einer Kunstaktion gegen Rassismus, die in Schaufenstern in Läden ausgestellt werden, beteiligt sich das Diakonische Werk im Main-Tauber-Kreis an den Wochen gegen Rassismus. Zentrale, religiöse Feiern finden in Darmstadt statt, darunter ein Gottesdienst mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung und Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse am 21. März um 10 Uhr in der Stadtkirche Darmstadt, der live übertragen wird.

Die Stiftung gegen Rassismus in Darmstadt koordiniert seit 2016 die internationalen Wochen gegen Rassismus. Sie wurde vom früheren Präsidenten des Deutschen Fußballbundes, Theo Zwanziger, gegründet. Neben Zwanziger beteiligen sich als weitere Gründungsstifter die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Förderverein PRO ASYL und der Interkulturelle Rat in Deutschland. Wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen finden die Veranstaltungen in diesem Jahr digital oder als Hybrid-Veranstaltungen statt.

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