Meister: Reformationstag bekräftigt, was in Corona-Zeit wichtig ist

Händchen haltendes paar drückt Nächstenliebe aus

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"Martin Luther selbst hat als Initiator der Reformation den Zusammenhang zwischen Mitmenschlichkeit und Hoffnung betont. Unsere Hoffnung wird Wirklichkeit, wenn wir beginnen für sie in Lust und Liebe zu handeln", sagte Landesbischof Ralf Meister..

Meister: Reformationstag bekräftigt, was in Corona-Zeit wichtig ist
Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover hat dazu aufgerufen, der sich weiter zuspitzenden Corona-Krise Hoffnung und Nächstenliebe entgegenzusetzen.

Dazu rufe der Reformationstag am Samstag (31. Oktober) in diesem Jahr in besonderer Weise auf. "In dieser Krise sind Verordnungen und Hygienebedingungen unverzichtbar. Tröstlich sind sie nicht. Mindestens so sehr brauchen wir deshalb die Liebe zum Nächsten", betonte der Theologe. In Niedersachsen und Bremen wird der Reformationstag in diesem Jahr zum dritten Mal als gesetzlicher Feiertag begangen.

Für die Reformation sei entscheidend gewesen, in der Krise Hoffnung nicht nur in gegenwärtigen Erfahrungen zu suchen, sondern in den Ursprüngen des Glaubens und in der Liebe zum Nächsten, sagte Meister. Martin Luther selbst habe als Initiator der Reformation den Zusammenhang zwischen Mitmenschlichkeit und Hoffnung betont, sagte Meister. "Unsere Hoffnung wird Wirklichkeit, wenn wir beginnen für sie in Lust und Liebe zu handeln." Meister ist auch Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

Am Reformationstag erinnern Protestanten in aller Welt an die Anfänge der evangelischen Kirche vor rund 500 Jahren. Die vom damaligen Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) um den 31. Oktober 1517 von Wittenberg aus verbreiteten 95 Thesen gegen kirchliche Missstände wurden zum Ausgang einer christlichen Erneuerungsbewegung. Während der Gedenktag früher zur Abgrenzung der Protestanten gegenüber katholischen Christen genutzt wurde, wird er inzwischen im Geist der Ökumene gefeiert.

Was ist der Reformationstag?

In diesem Jahr müssen Gottesdienste zum Reformationstag wegen der Corona-Pandemie unter strengen Auflagen stattfinden. In Hannover feiert unter anderem das evangelische Stephansstift am Freitagabend einen Gottesdienst mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Er hatte sich vor zwei Jahren dafür eingesetzt, den Reformationstag zu einem arbeitsfreien Feiertag zu machen.

Insgesamt wird der Reformationstag in neun Bundesländern als gesetzlicher Feiertag begangen, darunter die ostdeutschen Länder außer Berlin. 2018 kamen Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein hinzu.

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