Kirche kommt zu Hause vorbei

Sophie Dauenhauer

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Sophie Dauenhauer leitet die Besuchsdienstarbeit der pfälzischen Landeskirche und besucht alte, einsame und kranke Menschen.

Kirche kommt zu Hause vorbei
Sophie Dauenhauer leitet Besuchsdienstarbeit der pfälzischen Landeskirche
Gerade alte, einsame und kranke Menschen freuen sich über ihr Kommen. Die Besuchsdienste kümmern sich um die Mitglieder in den Kirchengemeinden. Eine neue Referentin will die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken.

Sie schauen persönlich vorbei oder fragen telefonisch nach, wie es geht. Sie nehmen sich Zeit für ein Gespräch, eine Tasse Kaffee, ein gemeinsames Gebet. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Besuchsdienste der protestantischen Kirchengemeinden kümmern sich um andere Menschen. "Durch den Besuchsdienst kommt die Kirche zu den Menschen nach Hause", sagt Sophie Dauenhauer. Seit einigen Wochen koordiniert die 28-jährige Kultur- und Sprachwissenschaftlerin die Besuchsdienstarbeit beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) der pfälzischen Landeskirche in Landau.

Die Aufgabe der gebürtigen Südpfälzerin ist es, Kirchengemeinden beim Aufbau und der Durchführung von Besuchsdiensten zu beraten und zu begleiten. Schon die Bibel erwähnt als eine zentrale Aufgabe von Christinnen und Christen, die Mitmenschen in ihrer Nachbarschaft aufzusuchen und ihnen Zuwendung zu geben. Die Besucherinnen und Besucher schenken besonders alten, einsamen und kranken Menschen Aufmerksamkeit, lassen sie spüren, dass sie nicht allein sind. Sie leisten Hilfe und stärken Menschen auch in ihrem Glauben, fügt Dauenhauer an, die Nachfolgerin des in den Ruhestand gegangenen Gemeindediakons Rainer Fischer ist.

Derzeit erarbeitet die Referentin ein neues Konzept für die Besuchsdienste. Geplant sind Schulungen für die Mitarbeiter, etwa in Gesprächsführung. Auch sollen für sie Arbeitshilfen erstellt werden, die auf der Internetpräsenz des MÖD abgerufen werden können. Wichtig ist auch die Nachwuchswerbung, etwa bei Neuzugezogenen oder Jüngeren: Oft gibt es in den Kirchengemeinden keine Besuchsdienste, weil Interessenten fehlen.

Die Dienste bestehen aus durchschnittlich zwei bis fünf meist älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In der Corona-Krise zählen diese selbst zur Risikogruppe. "Momentan gibt es fast keine Besuche, es sind nur Telefonate oder Gespräche vom Gartenzaun aus oder an der Haustür mit Abstand möglich", klagt Dauenhauer.

Fragenbögen zur Standortbestimmung

Zunächst will sie über einen an alle Kirchengemeinden verschickten Fragebogen herausfinden, wo es bereits Besuchsdienste gibt, wie sie arbeiten, welche Hilfe sie benötigen oder wo neue Dienste entstehen sollen. Getragen werden die Dienste, die sich auch untereinander vernetzen sollen, meist von engagierten Gemeindemitgliedern, Presbyterinnen und Presbytern sowie Pfarrerinnen und Pfarrern.

Mit ihren Besuchsdiensten zeige die Kirche bei den Menschen vor Ort ihr freundliches "Gesicht", sagt Referentin Dauenhauer. Deshalb müssten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur Zeit mitbringen, sondern auch einfühlsam sein und zuhören können.