Dresdnerin Westfeld zur Synodalpräsidentin gewählt

Dresdnerin Westfeld zur Synodalpräsidentin gewählt
28. Landessynode Sachsens hat ihre Arbeit aufgenommen
Sachsens evangelische Landessynode wird in den nächsten sechs Jahren von einer Frau geführt. Die Historikerin Bettina Westfeld lag bei der Wahl am Wochenende deutlich vorn. Sie will Frauen Mut machen und die Digitalisierung voranbringen.

In Dresden hat sich am Wochenende die 28. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens konstituiert. Neue Präsidentin ist die Dresdner Historikerin Bettina Westfeld. Die 44-Jährige setzte sich gegen Mitbewerber Christoph Apitz (53) im dritten Wahlgang mit 54 von 77 Stimmen durch. Sie ist die zweite Frau an der Spitze in der 149-jährigen Geschichte der sächsischen Synode.

Sie hoffe, dass ihre Wahl für viele Frauen ein Signal ist, sich in kirchlichen Leitungsfunktionen zu engagieren, sagte Westfeld. Von 1996 bis 2008 führte Gudrun Lindner das Kirchenparlament. Westfeld will die Digitalisierung in der Synodenarbeit voranbringen und für eine breite Beteiligung sorgen. Sie folgt in ihrem neuen Amt auf den Rechtsanwalt Otto Guse.

Zuvor war sie zwölf Jahre lang Vizepräsidentin der Landessynode, die rund 550 evangelisch-lutherische Kirchgemeinden in Sachsen vertritt. Zur Synode gehören 80 Mitglieder, derzeit sind etwas mehr als ein Drittel Frauen. Eine Legislatur dauert sechs Jahre.

Vor dem Hintergrund sinkender Kirchenmitgliedszahlen warnte Landesbischof Tobias Bilz davor, sich zu sehr auf Statistiken zu konzentrieren. "Wir müssen uns auch von dem Gedanken verabschieden, dass man Glauben machen kann", sagte Bilz. Dennoch habe er bei der großen Zahl von Menschen, die die Kirchen verlassen haben, "für einen Moment die Luft angehalten". "Das tut weh", sagte Bilz, auch wenn sich die Entwicklung seit Jahren abzeichne.

Aus der sächsischen Landeskirche sind laut seinen Angaben im vergangenen Jahr rund 7.700 Menschen ausgetreten. Offenbar gehe die Bindekraft von Religion zurück. Bilz unterstrich aber: "Wenn von Christen Nächstenliebe ausgeht, dann werden die Leute sagen, wir brauchen die Kirche." Laut aktuellen Statistiken ging 2019 in Deutschland die Zahl der Protestanten um 427.386 zurück, die Katholiken verloren 401.757 Mitglieder.

Eine Herausforderung wartet auf die neue Landessynode schon bei der Herbsttagung, auf der traditionell der neue Haushalt beraten wird. Wegen der Corona-Krise rechnet die Landeskirche mit 15 bis 20 Prozent weniger Kirchensteuern. Das sind laut Finanzdezernat etwa 17 bis 24 Millionen Euro. Im Haushalt für 2021 soll es nun Kürzungen geben.

Bilz mahnte in den kirchlichen Debatten "klare Worte" und Offenheit an. Er betonte: "Es wird um Frieden gehen zwischen verschiedenen geistlichen und theologischen Strömungen." Hintergrund ist die emotional und kontrovers geführten Debatte 2019 nach dem Rücktritt des streng konservativen Landesbischofs Carsten Rentzing.

Gewählt wurden auf der Tagung auch die Mitglieder der acht ständigen Ausschüsse. Der Prüfungsausschuss erklärte die im Frühjahr stattgefundene Wahl in den Kreisen Annaberg und Chemnitz für ungültig. Sie muss nun wiederholt werden. Betroffen sind sechs Synodale.

Die Synode ist das gesetzgebende Organ der Landeskirche, zu der rund 663.000 Mitglieder gehören. Sie tagt in der Regel jeweils im Frühjahr und Herbst in öffentlicher Sitzung. 60 Mitglieder der Synode werden gewählt, 20 von der Kirchenleitung berufen.

Wegen der Coronavirus-Pandemie fand die konstituierende Sitzung unter besonderen Hygienebestimmungen statt. Die nächste Synode ist für den 13. bis 16. November in Dresden geplan

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