Kirchen sorgen sich um deutsch-französische Freundschaft

Kirchen sorgen sich um deutsch-französische Freundschaft
Die evangelischen Kirchen in Elsass-Lothringen, in Baden und in der Pfalz sorgen sich, dass die Grenzschließungen wegen der Corona-Krise nationalistische Haltungen wiederbeleben könnten.

"Die Art und Weise, wie wir mit den Anderen jenseits der Grenze umgehen, berührt unsere Menschlichkeit als Ebenbilder Christi", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der drei Kirchen. Als Kirchen folgten sie dem Weg der Versöhnung, die deutsch-französische Freundschaft sei dafür beispielhaft. Derzeit sei die Grenze zwischen Baden, der Pfalz und dem Elsass jedoch zu einem Brennpunkt geworden.

In der Erklärung heißt es, dass Menschen in Krisen und Zeiten der Angst nach einfachen Erklärungsmustern und Schuldigen suchen. "Sie schließen in unserer Region an alte nationalistische Haltungen und Klischees an, die wir auf dem langen Weg der deutsch-französischen Versöhnung gehofft hatten, überwunden zu haben", heißt es weiter. Die drei leitenden Geistlichen Christian Albecker (Straßburg), Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) und Christian Schad (Speyer) blickten mit Sorge auf eine "wachsende Angst vor den Anderen, die ansteckend sein könnte".

Krise gemeinsam überwinden

Sie betonen weiter, dass sie die derzeitigen Corona-Maßnahmen verstehen und respektieren. "Jedoch können sich Paare und Freunde nicht mehr treffen, einige nicht mehr zu ihrem Arzt auf der anderen Seite und auch die Zusammenarbeit zwischen christlichen Gemeinden ist nicht mehr möglich", heißt es. Dabei zeige beispielsweise die Freizügigkeit für Berufspendler, dass die Infektionsgefahr in den Grenzgebieten nicht größer werde, wenn sich Menschen an die bestehenden Anordnungen halten.

Die führenden Theologen ermutigen daher dazu, noch stärker die bestehenden grenzüberschreitenden Strukturen zu nutzen, um bei der Infektionsbekämpfung und anderen Gesundheitsmaßnahmen zusammen zu arbeiten. Außerdem bekräftigen sie, dass Grenzen als Orte der Begegnung und der Zusammenarbeit gedacht sind, die Geschwisterlichkeit und Solidarität ermöglichen. "Die Anderen jenseits der Grenze sind nicht in erster Linie eine potenzielle virale Bedrohung, sondern vielmehr diejenigen, mit denen wir diese Pandemie gemeinsam überwinden werden", heißt es.

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