Gläubige müssen an Ostern zuhause Gottesdienst feiern

Gläubige müssen an Ostern zuhause Gottesdienst feiern
Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi ist der Kern des Christentums. Doch dieses Jahr können die Gläubigen Ostern wegen der Corona-Krise nicht in der Kirche feiern. Auf Gottesdienste müssen sie trotzdem nicht verzichten.

Zum ersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte können die Menschen in Deutschland an Ostern keine Gottesdienste in Kirchen feiern. Wegen der Corona-Pandemie werden deutschlandweit Gottesdienste nur ohne Gemeinde stattfinden.Die Landeskirchen und Bistümer werden aber fast alle Osterfeiern live im Internet oder im Rundfunk übertragen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern in Deutschland ergab. 

Die Rückmeldungen aus 42 der 47 angefragten Landeskirchen und Bistümer sind eindeutig: Nirgends fallen Gottesdienste wegen des Coronavirus aus, stattdessen gibt es viele kreative Ansätze, wie Gemeinden die Osterbotschaft mit Gläubigen teilen können. Ostern ist das höchste Fest der Christenheit, Christen feiern dann die Auferstehung von Jesus Christus.

Die Karwoche, die mit dem Palmsonntag beginnt, zählt gleich mehrere hohe christliche Feiertage. Darunter auch Karfreitag, der Tag der Kreuzigung Jesu, und Gründonnerstag, der Tag des letzten Abendmahls vor der Kreuzigung. Gleichzeitig findet auch das jüdische Pessach-Fest statt, mit dem sich Juden an den im Alten Testament überlieferten Auszug aus der ägyptischen Knechtschaft erinnern. 

Gottesdienste aus Rom und Berlin

Viele Rundfunkanstalten übertragen am Ostersonntag Gottesdienste leitender Geistlicher. Das ZDF etwa sendet live aus der Saalkirche in Ingelheim einen Gottesdienst mit der stellvertretenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der westfälischen Präses Annette Kurschus. Der Bayerische Rundfunk wird die Papstmesse aus Rom übertragen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, predigt am Ostersonntag im Berliner Dom, was über die Internetseite des Doms live gestreamt werden kann. Bedford-Strohm predigt außerdem an Karfreitag in der Münchner Matthäus-Kirche, was der Radiosender Bayern 1 überträgt. 

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, wird an den Osterfeiertagen mehrere Messen zelebrieren. Sie alle werden über die Internetseite des Bistums Limburg live abrufbar sein. Die Gottesdienste an Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag, werden aus dem Dom übertragen.

Auch Heimatgemeinden streamen

Aber auch viele Ortsgemeinden bieten Online-Gottesdienste an, die man etwa über die Internetseite www.kirchevonzuhause.de finden kann. Viele Gläubige wollen, solange ihre Kirche für Versammlungen geschlossen bleibt, trotzdem mit ihrer Heimatgemeinde in Kontakt bleiben, teilten gleich mehrere Landeskirchen und Bistümer mit. Und auch für diejenigen, die kein Internet haben, gibt es Möglichkeiten: In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wird es ein geistliches Wort per Telefonabruf geben.

Außerdem bieten viele katholische und evangelische Kirchengemeinden Material für Hausgottesdiensten an. Zum Beispiel in der Evangelischen Kirche im Rheinland und im Bistum Fulda verteilen Pfarrer ausgedruckte Vorlagen für Liturgien. 

Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit senden Kirchen in ganz Deutschland am Ostersonntag: Für 12 Uhr am Mittag sind Kirchengemeinden dazu aufgerufen, ihre Kirchenglocken für zehn Minuten läuten zu lassen.

Auf die Umfrage haben sich die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig, das Erzbistum Hamburg sowie die Bistümer Erfurt, Görlitz und Magdeburg nicht zurückgemeldet.

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Die Zusammenarbeit auf nationaler, europäischer und globaler Ebene in der Corona-Krise ist nach Überzeugung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wichtiger als je zuvor.