Bethel-Klinikum setzt auf Freiwillige bei Begegnung mit Patienten

Pflege für patienten in Bethel

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Von Ärzten und Psychologen gibt es für Patienten weiterhinPflege und Fürsorge, aber das ersetzt natürlich nicht den Angehörigen, der zu Besuch kommt.

Bethel-Klinikum setzt auf Freiwillige bei Begegnung mit Patienten
Experte: Folgen des Besucherstopps für alte Patienten noch nicht absehbar
Die Auswirkungen von Besuchseinschränkungen für ältere Patienten sind nach Ansicht des Arztes und Psychologen Stefan Kreisel vom Evangelischen Klinikum Bethel noch nicht absehbar. Von Ärzten und Psychologen gebe es weiterhin die Fürsorge in der gleichen Qualität, aber das ersetze natürlich nicht den Angehörigen, der zu Besuch komme.

Der Leiter der Geronto-Psychiatrie des bundesweit größten evangelischen Klinikums sagte, das Klinikum halte ein Delirpräventions-Programm in einigen Bereichen vor, in dem überwiegend Freiwillige vor allem kognitiv eingeschränkte Patienten aktivierten und sich mit ihnen unterhielten. Dieses Angebot soll bis auf weiteres auch aufrechterhalten werden.

In der Geronto-Psychiatrie werden laut dem leitenden Arzt viele Menschen mit einer eingeschränkten Wahrnehmung behandelt, etwa bei Demenzerkrankungen. Diese Menschen hätten möglicherweise ganz andere Bedürfnisse, die sie schwer zum Ausdruck bringen könnten. Wenn ein Ehepartner bei ihnen zu Besuch sei, dann sei bei diesen Patienten häufig eine Beruhigung und eine bessere Orientierung zu beobachte. Das fehle jetzt natürlich - wenn die Besuchszeiten und -möglichkeiten eingeschränkt werden müssen. Was das an Auswirkungen auf die Emotionalität und das Verhalten habe, sei noch nicht abzusehen. "Aber wir können derzeit zum Schutze aller nicht anders damit umgehen", sagte Kreisel.

Extrem dynamische Situation

Bei Patienten etwa mit Depression seien die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie in therapeutischen Gesprächen eher ein Thema, erläuterte der Arzt. Sie fühlten sich jedoch momentan noch nicht sehr eingeschränkt, weil viele von ihnen mobil seien und die Klinik beispielsweise für Spaziergänge verlassen könnten. Aber auch das könne sich ändern. Von einer Situation der Krankenhäuser in Italien sei man hierzulande noch weit entfernt. Derzeit herrsche keine Panik: "Wir müssen also niemanden beruhigen." Es sei jedoch eine extrem dynamische Situation, in der man nicht absehen könne, wie es am nächsten Tag aussehe.

Einige Angehörige fragten, ob die betagten Patienten besser im Krankenhaus aufgehoben seien oder zu Hause, sagte Kreisel. Die aktuelle Maßgabe sei es, die Kontakthäufigkeit zu reduzieren. "Wir müssen den Patienten und den Angehörigen die Situation erläutern, die momentan noch gar nicht sichtbar ist", sagte er. Bislang gebe es in dem Klinikum noch keine positiv getesteten Corona-Fälle. Viele Angehörige hätten Verständnis: "Ob das in einer Woche noch genauso sein wird, können wir aber nicht vorhersehen."

 

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