Kirchen feiern deutsch-dänische Verbindung

Ripen ist die ältest Stadt Dänemarks

© Walter Bibikow/Hemis.fr/laif

Der Kirchturm der Domkirke von Ribe ragt hoch über die älteste Stadt Dänemarks. Hier wird vom 21. bis 24. Mai ein Volkstreffen im Rahmen des Jubiläums der Volksabstimmung über den Grenzverlauf zwischen Deutschland und Dänemark.

Kirchen feiern deutsch-dänische Verbindung
Zum 100. Jahrestag der Volksabstimmung gibt es ein grosses Programm
Im deutsch-dänischen Grenzland feiern die Kirchen in diesem Jahr die Volksabstimmung über den Grenzverlauf vor 100 Jahren. Die Christen in beiden Ländern hätten eine besondere Verantwortung für die Erinnerungskultur.

Es sei eine gute Gelegenheit, an die deutsch-dänische Freundschaft zu erinnern, sagte die dänische Bischöfin Marianne Christiansen (Hadersleben) bei der Vorstellung des Programms in Flensburg. Auf dem Programm stehen Festgottesdienste, Konzerte, Vorträge und Pilgerwanderungen. Außerdem sind direkt an der Grenze drei große Tafeln geplant, an denen Deutsche und Dänen gemeinsam essen werden.

Die evangelische Kirchengemeinde Süderlügum liegt direkt an der deutsch-dänischen Grenze.

Im ehemaligen Herzogtum Schleswig wurde vor 100 Jahren abgestimmt, welcher Teil zu Dänemark und welcher zu Deutschland gehören sollte. Rund 180.000 Menschen beteiligten sich an den Abstimmungen am 10. Februar 1920 im Norden und am 14. März im Süden der Provinz. "Nordschleswig" mit Hadersleben, Apenrade und Tondern kam zu Dänemark, "Südschleswig" zwischen Sylt, Flensburg, Eiderstedt und der Stadt Schleswig blieb deutsch. In Dänemark gibt es neun deutsche Kirchengemeinden, in Schleswig-Holstein 30 dänische Gemeinden.

Zusammenarbeit hat sich gut entwickelt

In Erinnerung an die Abstimmungstage wird am 9. Februar ein deutsch-dänischer Festgottesdienst im dänischen Apenrade veranstaltet. Im Gegenzug wird am 15. März in Flensburg gefeiert. Erwartet wird dazu unter anderem Prinzessin Benedikte, die Schwester von Königin Margrete II. Außerdem kommen zahlreiche dänische Bischöfe, darunter der Bischof von Grönland, nach Flensburg.

Die Zusammenarbeit zwischen den dänischen und deutschen Kirchengemeinden habe sich in den vergangenen 25 Jahren "außerordentlich gut entwickelt", sagte der Schleswiger Bischof Gothart Magaard.

Marianne Christiansen, Bischöfin des Bistums Haderslev in Dänemark.

Dabei sei die Geschichte in dieser Region auch recht schwierig gewesen. Die Kirchen hätten in der Grenzregion eine besondere Verantwortung für die Erinnerungskultur, ergänzte Bischöfin Christiansen. Viele Dänen hätten schon vergessen, dass Schleswig-Holstein früher zu Dänemark zählte.

Lange Festtafel soll Länder verbinden

In der dänischen Stadt Ribe wird vom 21. bis 24. Mai ein "Folkemøde" veranstaltet, eine Art Volkstreffen mit Diskussionen zu Fragen der Identität und der Nation. Die Bischöfe Christiansen, Magaard und Elof Westergaard (Ribe) werden vom 7. bis 9. August eine Pilger-Radtour entlang der Grenze veranstalten.

Jeweils 250 bis 300 Gäste werden zu den drei Grenzland-Tafeln im Sommer zum Essen, Reden und Feiern erwartet. Die lange Tafel soll beide Länder verbinden, und es war nach Angaben der Veranstalter kompliziert, dafür eine behördliche Genehmigung zu bekommen. Mit dabei ist jeweils ein Bischof. Die Gäste sollen einen Picknick-Korb und Regenzeug mitbringen.

Schleswig-Holstein unterstand über Jahrhunderte hinweg der dänischen Krone. Nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 musste Dänemark neben Holstein auch das Herzogtum Schleswig einschließlich Sonderburg, Tondern und Röm abgeben. Schon im Friedensvertrag von 1866 wurde eine Volksabstimmung festgelegt, die von Preußen allerdings ignoriert wurde. Nach Ende des 1. Weltkriegs legte der Versailler Vertrag eine Volksabstimmung verbindlich fest. Seit 1920 blieb die Grenze unverändert und hat sich zu einem Symbol des friedlichen Miteinanders entwickelt.

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