Synodenpräsidium arbeitet an der Zukunftskirche

Präses der EKD-Synode Irmgard Schwaetzer

©epd-bild/Heike Lyding

EKD-Synodenpräses Irmgard Schwaetzer

Synodenpräsidium arbeitet an der Zukunftskirche
Die EKD-Synode beschäftigt sich mehrfach mit der Frage, wie die evangelische Kirche in den nächsten Jahren aussieht. Das machte Synodenpräses Irmgard Schwaetzer im Bericht des Präsidiums auf der EKD-Synode 2019 deutlich.

Bis 2021 will die EKD-Synode einen ausführlichen Blick auf rechtspopulistische Entwicklungen in der evangelischen Kirche werfen. Das versprach Präses Irmgard Schwaetzer im Bericht des Präsidiums auf der Synode in Dresden. "Die gesellschaftlichen Stimmungen und Einstellungen haben sich verändert, so dass Vorurteilsstrukturen und deren Ausdruck im Alltag auch in Kirchengemeinden und bei Kirchenmitgliedern genauer untersucht werden müssen", erläuterte Schwaetzer.

Geplant ist eine repräsentative Umfrage, eine Inhaltsanalyse von Zuschriften und Posts im Internet und ein wissenschaftlicher Blick darauf, wie Kirchengemeinden mit "sozialpolitischen bzw. kulturellen Herausforderungen" umgehen. Dafür ist für zwei Jahre eine halbe Stelle eingerichtet, so dass Ergebnisse nicht vor 2021 vorliegen. Für alle, die sich allerdings jetzt schon mit Rechtspopulismus auseinandersetzen wollen, gibt es bereits eine Materialsammlung zu Rechtspopulismus auf EKD.de.

Schwaetzer lobte auch die Berufung von Christian Staffa zum Antisemitismusbeauftragten der EKD. Die Kirche müsse sich "gegen Antisemitismus sowie gegen jede Form von Diskriminierung und Menschenverachtung" stellen, sagte Schwaetzer, weil die Kirche dabei seit Jahrhunderten und ganz besonders zur Zeit des Nationalsozialismus versagt habe: "Die Auseinandersetzung mit rechten Tendenzen ist Aufgabe aller Christinnen und Christen", denn Antisemitismus und Rechtspopulismus seien "immer noch und auf erschreckende und besorgniserregende Weise aktuell". Das zeige auch der jüngste Anschlag in Halle.

Synode wird Quote für junge Menschen diskutieren

Einen weiteren Blick in die Zukunft hat das Synoden-Präsidium auf die Gestalt der Kirche geworfen. Der Wunsch nach mehr Beteiligung junger Menschen mündete in einen Vorschlag, eine echte Quote für Menschen unter 27 Jahren statt separate Jugenddelegierte einzuführen. Die Synode wird diesen Vorschlag auf ihrer Tagung in Dresden diskutieren.

Die zukünftige Gestalt der Kirche wird auch durch die digitale Gegenwart bestimmt. Vernetzung war das Stichwort für die Synodenpräses, zwischen den einzelnen Ebenen der evangelischen Kirche und zwischen den Generationen. Außerdem müssten kirchliche Aktivitäten vor Ort online auffindbar sein – "am besten dort, wo sich Menschen miteinander für Unternehmungen verabreden", forderte Schwaetzer in ihrem Bericht. Die im vergangenen Jahr eingerichtete Stabsstelle Digitalisierung der EKD begleitet dazu das Pilotprojekt mit der Evangelischen Kirche im Rheinland und Yext und wird darüber auf der Synodentagung berichten.

Außerdem müsse die Kirche ihre innere Gestalt verändern. Schwaetzer kritisierte "Strukturen, Gesetze und Formate, die nur noch für einen sehr kleinen Kreis sinnvoll erscheinen, jedoch auf das Ganze des kirchlichen Lebens gesehen keine Resonanz hervorrufen". Das sogenannte "Z-Team" der Synode – das "Z" steht für Zukunft – wird auf der Synode am Dienstagnachmittag seine Vorschläge für eine "gelingende Kirche der Zukunft" einbringen. Die evangelische Kirche werde in 20 oder 40 Jahren anders aussehen, prophezeite Schwaetzer, dürfe aber "nicht so sein wie die Kirche, die wir heute kennen, nur kleiner". Dafür könne die EKD-Synode jetzt die nächsten Weichenstellungen debattieren.

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