Stefanie Schardien: Spekulatius, Lebkuchen und Bethlehem

Portrait von Stefanie Schardien
epd-bild/privat
Von Westfalen nach Franken: Wie der Advent von Dr. Stefanie Schardien schmeckt.
Advent: Alte Bräuche, neue Wärme
Stefanie Schardien: Spekulatius, Lebkuchen und Bethlehem
Der evangelisch.de-Advent 2025
Spekulatius in Westfalen war Stefanie Schardiens Kindheitsduft. In Mittelfranken lernte sie etwas Neues kennen. Ein liebevoller Blick auf Kindheitstraditionen, neue Geschmäcker und das Erzählen der "besten Geschichte der Welt".

Ich erinnere mich gut: In meiner ersten Adventszeit in der neuen Heimat in Mittelfranken stehe ich in einer kleinen Bäckerei und frage: Haben Sie Spekulatius? Die junge Verkäuferin schaut mich mit großen Augen an: Speku…Spekuwas? In dem Moment war mir klar: Mein Kindheits-Advents-Geschmack von hausgemachten buttrig-duftenden und würzigen Spekulatius-Plätzchen würde nur über Care-Pakete aus Westfalen wieder herstellbar sein.

Als Kind habe ich sie geliebt: gar nicht nur als Leckerei, sondern vor allem, weil ich die rechteckigen Motive so schön fand. Das Advent-Auge isst mit. Bei den Spekulatius herrschen Windmühlen, Tiere oder Menschen vor. Alles Bilder, die ursprünglich der Geschichte des weitgereisten Nikolaus entstammen. 

Der Advent in Mittelfranken blieb natürlich nicht trostlos. Schnell bin ich auf den Geschmack der nussig-saftigen Elisen-Lebkuchen gekommen. Ihren Namen bekamen sie der Legende nach von der schwer erkrankten Lebküchners-Tochter Elisabeth. Ihr Vater nutzte sein Wissen um die heilende Kraft orientalischer Gewürze, mischte sie mit vielen Nüssen und wenig Mehl – und Elisabeth wurde dank der Lebkuchen gesund. Welche die Allerbesten unter den vielen Phantastischen sind – darüber kann man im Freundeskreis Adventsabende lang diskutieren. Genauso wie darüber, welche Adventsleckerei eigentlich auf jeden Tisch und welcher Duft in jedes Zimmer gehört. Denn dann beginnt man oft zu erzählen, was man selbst als Kind am liebsten genascht hat und warum man bisweilen überlegt, eine Spekulatius-Manufaktur in Franken zu eröffnen.

Allen, die heute nun noch in diesem Adventskalender ihr letztes Türchen geöffnet haben, wünsche ich nun viel gemeinsame Zeit zum Erzählen von Traditionen und vom Wichtigen im eigenen Leben. Und natürlich Zeit zum Weitererzählen der besten Geschichte der Welt, die in Bethlehem begonnen und in der es dann auch wunderbar – nach warmem Stroh und dem Paradiesblumenduft des Neugeborenen – gerochen hat. Einen gesegneten Heiligabend Euch allen!