Fernsehwochenvorschau: "Das Geheimnis der Geburt Jesu"

Das Geheimnis der Geburt Jesu. Der Faktencheck mit Petra Gerster

© ZDF/Redouane Nasreddine

Josef und die hochschwangere Maria auf der Suche nach einer Herberge.

Fernsehwochenvorschau: "Das Geheimnis der Geburt Jesu"
Fernsehwochenvorschau vom 22. bis 28. Dezember
"Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde": So beginnt die Weihnachtsgeschichte. Aber stimmt sie überhaupt? Wie viel von dem, was die Bibel über die Geburt Jesu erzählt, hat sich tatsächlich so zugetragen? Was ist wirklich dran ist an dieser die Welt bewegenden Geburt, von der die Evangelisten Lukas und Matthäus berichten. "Das Geheimnis der Geburt Jesu" läuft am 24. Dezember um 19.15 Uhr auf 3sat. Und das gibt es sonst noch im TV.

22.12., ZDF, 17.35 Uhr: "plan b: Im Urlaub Gutes tun"

Die Deutschen sind Europas Reisekönige. Doch viele wollen nicht mehr nur noch faul am Strand liegen, sondern nutzen ihren Urlaub, um Gutes zu tun. Das kann man inzwischen, fertig organisiert, über Reiseveranstalter buchen. Über 25 sogenannte Volunteer-Reiseveranstalter sind seit den letzten Jahren auf dem Markt. Oft jedoch schaden diese teuren Programme vor Ort mehr, als sie Gutes tun. Wie es anders geht zeigt das Beispiel Südafrika. Es ist das erste Land der Welt, das für seine Volunteer-Projekte ein Qualitätssiegel erstellt hat. Seit Juni 2016 nehmen Freiwillige in "Fair Trade"-zertifizierten Projekten der örtlichen Bevölkerung keine Jobs weg, sondern schaffen im Idealfall neue Arbeitsplätze, da die Freiwilligen von Einheimischen betreut werden, etwa bei der Interaktion mit Kindern und Wildtieren. Auch in Deutschland denkt man weiter. Ein Service paart Anfragen von Organisationen aus Schwellen- und Entwicklungsländern mit Berufstätigen und Rentnern, die vor Ort als Experten ihr im Berufsleben angehäuftes Wissen weitergeben. Ein Wiesbadener Agraringenieur opfert so seit vielen Jahren einen Teil seines Jahresurlaubs, um Organisationen auf der ganzen Welt zu helfen.

22.12., Arte, 20.15 Uhr: "Sakrale Bauwerke"

Mit der Ausbreitung des Christentums ging die Entstehung von religiösen Stätten einher, in denen der Glaube praktiziert werden konnte. Die zweite Folge der Dokumentationsreihe "Sakrale Bauwerke" zeichnet den steten Wandel christlicher Sakralbauten nach. Drei Jahrhunderte lang wurde das frühe Christentum im Verborgenen praktiziert. Mit der allmählichen Ausbreitung der Religion wuchs schließlich auch die Zahl der Klöster und Kirchen. Bald verschoben die Baumeister die Grenzen des technisch Machbaren und errichteten immer größere himmelstürmende Kathedralen.
In der bewegten Geschichte des Christentums hat sich der Stil der christlichen Sakralbauten stets gewandelt: In Jerusalem bildete die Grabeskirche als erste Gedenkstätte der neuen Religion den Mittelpunkt der christlichen Welt. Sie wurde auf dem Golgota-Hügel erbaut, der Stätte der Kreuzigung, und enthält das leere Grab Christi. In der westlichen Welt wurde mit der Abtei Mont-Saint-Michel, deren Grundmauern aus dem 8. Jahrhundert stammen, ein architektonisches Wunderwerk geschaffen, das karolingische, romanische und gotische Stilelemente vereint. In den Steinmauern der Abtei schlägt sich die gesamte Entwicklung mittelalterlichen Denkens nieder. Die Kathedrale von Chartres dagegen, die im 12. Jahrhundert in gerade einmal dreißig Jahren erbaut wurde, zeichnet sich durch ihren einheitlichen Stil aus. Das wohl schönste architektonische Beispiel dieser geistigen und künstlerischen Revolution findet sich in Florenz. Der Dom mit seiner gigantischen Kuppel und den weiß-grünen Marmorfassaden ist eine Hommage an die großen Meister der Zeit: Michelangelo, Donatello oder Brunelleschi. Am Roten Platz in Moskau steht die Basilius-Kathedrale für den orthodoxen Zweig des Christentums. Das Meisterwerk der orthodoxen Architektur mit seinen einzigartigen Farben und Formen hat die Revolution unbeschadet überstanden und empfängt heute erneut Gläubige zu Gottesdiensten.

22.12., ARD alpha, 21.15 Uhr: "alpha-retro: 1966 - Deutsche Weihnachtsbräuche"

Was sind Weihnachtsbräuche? Können sie heute auch noch entstehen? Wie bleiben alte Weihnachtsbräuche, deren ursprünglicher Sinn womöglich verloren gegangen ist, lebendig? Das sind die Fragen, denen diese Sendung aus dem Jahr 1966 nachspürt. Da gibt es Bräuche wie das Orakeldeuten am Andreastag, das zwar einen christlichen Anlass hat, aber ganz sicher heidnische Wurzeln. An vielen Orten werden auch die Heischebräuche gepflegt, bei denen Kinder singend von Haus zu Haus wandern und sich kleine Gaben erhoffen. In vielen Familien werden an Weihnachten spezielle Brotsorten und Backwaren wie die Gebildbrote, die Klausenbrezel oder das gebrannte Königsberger Marzipan, das für einen guten Zweck "verwürfelt" wird. Die Überreste heidnischer Bräuche und Riten lassen sich leicht erklären: Die christlichen Missionare haben zwar versucht, sie verbieten, konnten sie aber nicht ausrotten, also wurden sie kurzerhand in die christlichen Rituale integriert. Der Film endet mit der Aufführung des schlesischen Chorwerks "Transeamus usque Bethlehem" in einer Kirche in Niedersachsen; dort haben Heimatvertriebene Schlesier und Einheimische diesen Brauch gemeinsam lebendig gehalten.

23.12., ZDF, 9.30 Uhr: "Evangelischer Gottesdienst"

Wie überall, so bereiten sich auch die Menschen in Osterwieck auf das Christfest vor. Dabei spüren sie: Noch bevor das Fest begonnen hat, hinterlässt Weihnachten bereits seine Wirkungen; deshalb geht es in diesem Gottesdienst aus der Kirche St. Stephani um den Weihnachtseffekt. Er entsteht zum Beispiel, wenn die Bläser in der Vorweihnachtszeit im Altenheim musizieren und ihnen dabei selbst das Herz warm wird. Oder wenn die Leiterinnen der Krippenspielgruppe erleben, wie sich die Kinder mit Feuereifer in die Proben stürzen. Von leuchtenden Augen und warmen Herzen handelt auch der Gottesdienst, den die verschiedenen Gemeindegruppen mit ihrem Pfarrer Stephan Eichner vorbereitet haben. Mit dabei sind die Kantorei Osterwieck unter Leitung von Kirsten Eichner und ein Bläserchor unter der Leitung von Frank Plewka.

23.12., ARD alpha, 21.45 Uhr: "Streetphilosophy: Zeig dich!"

In dieser Folge von "Streetphilosophy" geht Jonas Bosslet der Frage nach, wo in unserer Transparenzgesellschaft noch Raum für Verborgenes ist. Geheimnisse machen das Leben spannender und Beziehungen überraschender. Dennoch versuchen die meisten Menschen, sich selbst immer weiter in die Öffentlichkeit zu rücken und andere zu durchleuchten. Was versprechen sie sich von all der Transparenz? Und wann ist es wichtig, nicht alles zu offenbaren und Geheimnisse zu haben? Zu Beginn der Folge verlässt Jonas seine Komfortzone und greift sich das Mikro: Er verbringt einen Abend in einer Karaoke-Bar und merkt, dass das eine Menge Mut voraussetzt, obwohl das Publikum aus seinen Kumpels besteht. Am nächsten Morgen trifft er RoxxyX. Sie ist "Camgirl" und gibt wesentlich mehr von sich preis. Jonas fragt sich, ob explizit ausgestellte Nacktheit der Fantasie überhaupt noch Spielraum lässt. Vom jungen Philosophen Christian Uhle will er wissen, was Transparenz überhaupt ist. Blicken wir in einer transparenten Welt tatsächlich besser durch? Müssen wir uns noch auf unsere Intuition verlassen, wenn alles sichtbar ist? Können wir uns überhaupt authentisch verhalten, wenn wir uns beobachtet fühlen? Auf der Suche nach einer neuen Bleibe muss Jonas feststellen, dass er sich für ein WG-Zimmer in Berlin auch ganz schön "nackig" machen muss. Was ist die richtige Strategie im Kampf um das begehrte Zimmer? Besser authentisch sein oder sich verstellen? Einer, der das Spiel mit den Masken besser beherrscht als Jonas, ist "Milliarden-Mike". Er war fast zwanzig Jahre lang wegen millionenschwerer Betrügereien im Gefängnis. Eine weiße Corvette und ein dickes Bündel Geldscheine gehören heute zu seiner Grundausstattung. Was macht das mit einem, wenn man ein Leben lang auf Ehrlichkeit pfeift?

24.12., ARD, 16.15 Uhr; ZDF, 21.45 Uhr: "Evangelische Christvesper"

Manche suchen ihn am Heiligen Abend im Gottesdienst, die meisten unter dem Weihnachtsbaum, andere in einem Wohnheim für Geflüchtete oder Wohnungslose: den besonderen Weihnachtsmoment. Es ist die Sehnsucht nach einem Augenblick, in dem jede Furcht aufhört, in dem sich Menschen aufgehoben und zu Hause oder bei Gott angekommen fühlen. "Der Weihnachtsmoment – wie aus Furcht Vertrauen wird" ist das Thema der Evangelischen Christvesper am Heiligen Abend. Auch die Stiftung Creative Kirche macht sich unter Mitwirkung des Hochschulchores der Evangelischen Pop-Akademie Abend auf die Suche nach diesem Moment. Als Ort hat sie die ehemalige Scheune des Wasserschlosses Haus Kemnade in Hattingen gewählt. "Wir suchen den Weihnachtsmoment nicht im Pomp, sondern da, wo Jesus geboren wurde: in einem Stall. Da versammeln wir uns um die Krippe, singen die alten Lieder von der Weihnacht und dem Stern, der über Bethlehem aufgegangen ist", sagt Theologe  Matthias Kleiböhmer von der Creativen Kirche. Er führt auch durch den Gottesdienst. Die Predigt hält Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und Stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD. Die musikalische Gesamtleitung hat Kirchenmusikdirektor Hartmut Naumann, Prorektor der Evangelischen Pop-Akademie, die kirchliche Leitung obliegt Landespfarrerin Petra Schulze. Um 21.45 Uhr zeigt das ZDF eine evangelische Christvesper aus der St. Martini-Kirche in Stadthagen. Die Predigt hält Superintendent Martin Runnebaum.

24.12., ZDF, 19.15 Uhr: "Weihnachten in Bethlehem"

Zwischen den beiden Christvespern präsentiert Markus Lanz internationale Topstars aus Klassik und Pop von ganz besonderen Schauplätzen der Weihnachtsgeschichte. Für das weihnachtliche Konzert aus der Geburtsstadt Christi haben die prominenten Gäste ganz besondere "klingende Weihnachtsgeschenke" mitgebracht. So treten zum Beispiel PUR "unplugged" auf, und Rolando Villazón singt in der prächtigen Geburtskirche. Die Sendung erfreut mit Musik aus ikonengeschmückten, goldschimmernden Kirchen, aber auch von reizvollen Open-Air-Schauplätzen; "Weihnachten in Bethlehem" führt die Zuschauer an einige der beeindruckendsten Orte des Heiligen Landes und zeigt die vielfältigen Schönheiten dieser geschichtsträchtigen Region.

24.12., 3sat, 19.15 Uhr: "Das Geheimnis der Geburt Jesu"

"Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde": So beginnt die Weihnachtsgeschichte. Aber stimmt sie überhaupt? Wie viel von dem, was die Bibel über die Geburt Jesu erzählt, hat sich tatsächlich so zugetragen? Petra Gerster zeigt in einem "Faktencheck", was wirklich dran ist an dieser die Welt bewegenden Geburt, von der die Evangelisten Lukas und Matthäus berichten. Die Weihnachtsgeschichte wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Deshalb streiten bis heute Historiker und Theologen, Archäologen und Astronomen darüber, was genau in jener Heiligen Nacht geschah: Wurde Jesus tatsächlich in einer Krippe geboren? War Maria wirklich Jungfrau? Wies der Stern von Bethlehem den Heiligen Drei Königen den Weg? Was ist Wahrheit, was fromme Legende an dieser "frohen Botschaft"? Gerster begibt sich auf Spurensuche an den eindrucksvollen Schauplätzen im Heiligen Land. Von der Geburtskirche in Bethlehem macht sie sich auf, um Licht ins Dunkel einer 2.000 Jahre alten Geschichte zu bringen. Mit Hilfe renommierter Experten, einer Astronomieprofessorin und einem Fachmann für Geburten in der Zeit Jesu, entsteht dabei Fakt um Fakt das Bild, wie die Umstände der Geburt Jesu nach wissenschaftlichem Ermessen tatsächlich gewesen sind. Muss die Geschichte von Jesu Geburt im Stall von Bethlehem heute anders oder sogar neu erzählt werden?

24.12., Phoenix, 20.15 Uhr: "Denkmäler der Ewigkeit: Hagia Sophia"

Die 537 eingeweihte Basilika Hagia Sophia in Istanbul ist ein architektonisches Meisterwerk mit wechselvoller Geschichte. Eintausend Jahre lang war sie die größte Kirche der Welt und das religiöse und symbolische Zentrum des ersten großen christlichen Reiches: Byzanz. Bis zur Eroberung Konstantinopels war die Hagia Sophia das größte Gotteshaus der Christenheit. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 wandelten sie die Osmanen in eine Moschee um und fügten als äußeres Kennzeichen vier Minarette hinzu. Mit der Umwandlung der Moschee in ein Museum krönte Mustafa Kemal Atatürk 1934 schließlich seine laizistische Revolution. Als bei den damaligen Renovierungsarbeiten unter osmanischen Verzierungen sehr wertvolle Mosaike aus der byzantinischen Zeit freigelegt wurden, keimte das Interesse für die byzantinische Kunstgeschichte wieder auf. Es kommt einem Wunder gleich, dass die gigantische, etwas mehr als fünfzig Meter hohe Kuppel der Hagia Sophia bis heute auf ihren Pfeilern thront und ihre Kunstschätze die Jahrhunderte überdauerten, denn Istanbul wurde auf einer sehr aktiven seismischen Verwerfung errichtet. Experten rechnen in den nächsten zwanzig Jahren mit einem großen Beben. Daher erforscht ein internationales Team bestehend aus Architekten, Seismologen und Ingenieuren die Erdbebensicherheit des Gebäudes. Sie hoffen, dabei auch versteckte Schwachstellen zu finden, um den Bau entsprechend zu stabilisieren und ihn für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Hagia Sophia zeugt von einer faszinierenden Geschichte. Und möglicherweise hat der byzantinische Monumentalbau noch längst nicht alle Kunstschätze freigegeben, die noch in ihm ruhen. Konservative Muslime fordern heute die Rückumwandlung der Hagia Sophia in ein islamisches Gotteshaus. Ob sie Museum bleibt oder Moschee wird, ist umstritten. Bis heute hat die Hagia Sophia ihren großen politisch-religiösen Symbolcharakter nicht verloren.

24.12., 21.25 Uhr: "Heilige Nacht in Rom"

Zum sechsten Mal in seiner Amtszeit feiert Papst Franziskus an Heiligabend die Christmette im Dom St. Peter in Rom. Zu diesem festlichen Gottesdienst werden wieder Tausende Gläubige erwartet, die den Papst persönlich erleben möchten. "Weihnachten ist eine Zeit, die Kraft der Angst in eine Kraft der Liebe zu verwandeln". Mit diesen Worten forderte Franziskus bei der Christmette im vergangenen Jahr die Gläubigen auf, sich in Nächstenliebe um Menschen zu kümmern, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, die benachteiligt und hoffnungslos sind. Die Weihnachtszeit ist für den Papst immer auch Anlass, Obdachlose einzuladen, Flüchtlinge zu besuchen und an Arme Geschenke zu verteilen. Damit will er Vorbild sein, Menschen am Rande der Gesellschaft nicht zu vergessen, sondern wertzuschätzen und sie zu ermutigen.

24.12., Tagesschau24, 17.30 Uhr: "Beten, Bauhaus, Krankenpflege"

 Mit ihren 84 Jahren dreht Schwester Renate regelmäßig ihre Runden im hauseigenen Schwimmbecken, unten im Keller, direkt unter dem Kirchsaal. Das Schwimmbad ist eine architektonische Besonderheit des Diakonissen-Mutterhauses "Neuvandsburg" in Elbingerode. 150 Diakonissen leben hier noch; einst waren es 600. Gebaut wurde ihr zeitloses Zuhause in den 1930er-Jahren vom Bauhaus-Architekten Godehard Schwethelm ganz nach den Wünschen der Schwesternschaft. Die außergewöhnliche und ideenreiche Bauhaus-Architektur des Diakonissen-Mutterhauses lässt Besucher auch heute noch ins Schwärmen geraten. Die evangelischen Diakonissen haben ihr Leben dem Dienst an anderen Menschen und dem Glauben verschrieben. So war Schwester Renate lange Zeit Stationsschwester auf der inneren Abteilung im benachbarten Diakonissen-Krankenhaus. Das Haus genoss zu DDR-Zeiten einen hervorragenden Ruf, wie so viele kirchliche Krankenhäuser. Die christlichen Krankenhäuser waren bekannt für einen anderen Geist der Pflege. Gerade in der Suchttherapie war Elbingerode ein Begriff. Aufgebaut hat sie der Psychiater Klaus-Herbert Richter, der besonders die enge Beziehung der Suchtkranken an die Diakonissen hervorhebt: "Es war eine erstaunliche Erfahrung, dass Patienten, egal wie sie vorgeprägt sind, auch glaubensmäßig, ein großes Urvertrauen den Schwestern entgegenbringen. Das war ein großes Geschenk in meinem Leben." Das heutige Diakonie-Krankenhaus, nur hundert Meter vom Mutterhaus entfernt, hat die Suchttherapie fortgesetzt und zu einer modernen Rehaklinik ausgeweitet. Der Altersdurchschnitt der Diakonissen liegt heute bei 79 Jahren, in wenigen Jahrzehnten wird es keine mehr geben. Bis dahin will der Hausvater Pfarrer Reinhard Holmer das Mutterhaus fit machen für die Zukunft und als einen Ort der Nächstenliebe und Hilfe erhalten. Der Film entführt den Zuschauer an einen verborgenen Ort voller Schönheit und Geschichte und eine Lebensgemeinschaft, die vielleicht aus der Zeit gefallen scheint und über Jahrzehnte vielen Menschen Halt, Hoffnung und Zuversicht gegeben hat.

24.12., Tagesschau24, 19.30 Uhr: "Jesus, Maria und Pulcinella"

In der Adventszeit wälzen sich Massen durch Via San Gregoria Armeno in Neapel, die Altstadtgasse der Krippenbauer. Sie ist das Mekka der Neapolitaner, denen ihre Weihnachtskrippe heiliger ist als alle Heiligen zusammen. Marco Ferrigno ist der ungekrönte König der Krippenbauer. Kurz vor Weihnachten ist sein Geschäft überfüllt. Die Kunden reißen ihm seine Krippen und Krippenfiguren förmlich aus den Händen: Jesus, Maria und Josef, die Schäfer, die Heiligen Drei Könige. Seine größten Kassenschlager aber sind Figuren von Film-, Fernseh- und Fußballstars: Maradona, Sophia Loren, Pavarotti und natürlich Pulcinella. Der Harlekin ist das Symbol Neapels. Schon Marcos Vater und Großvater waren Krippenbauer. Kein echter Neapolitaner würde zögern, seinen letzten Cent für eine von Marco Ferrignos Figuren hinzulegen: ein liebliches Jesuskind in der Krippe, eine Madonna im leuchtenden Seidenkleid oder eine der vielen anderen Figuren, wie sie seit Jahrhunderten in filigraner Handarbeit hergestellt werden. Filmemacher Uri Schneider ist Neapel seit Jahren verfallen. In "Jesus, Maria und Pulcinella" begleitet er Marco und sein Team durch die letzten Tagen vor Weihnachten und stellt dabei fest, dass die "Presepi", wie die Neapolitaner ihre Krippen nennen, so sehr zu der Stadt am Mittelmeer gehören wie Pizza und Amore.

24.12., Tagesschau24, 21.47 Uhr: "Der Engel der Matrosen"

Heiligabend verbringt Maike Puchert gern unterm Tannenbaum - aber nicht zu Hause. Sie organisiert bei der Hamburger Seemannsmission die Feier für die im Hafen ankernden Seeleute. Über die Weihnachtstage stehen nämlich ausnahmsweise alle Kräne still. Die Leiterin der Seemannsmission weiß genau: Diese Hafenruhe ist eine Zeit, in der auch den härtesten Fahrensmann die große Sehnsucht nach Heimat oder Familie überfällt.
Die Wochen bis zum Heiligabend hat ein Filmteam die Leiterin der Bordbetreuung und ihre Mitarbeiter bei ihrer anstrengenden Arbeit begleitet. Es ist dabei, wenn die Diakonin an Bord der großen Containerschiffe auf den letzten Seemeilen vor Hamburg und am Liegeplatz im Hafen mit den Mannschaften Kontakt aufnimmt und bei Problemen berät, und ebenso, wenn sie kranke Seeleute im Krankenhaus besucht. Für die ist sie "der Engel der Matrosen". In den Tagen vor Heiligabend werden viele Tüten mit Geschenken fertig. Die müssen Maike Puchert und ihre Helfer dann am 24. Dezember bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeliefert haben, ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn schon wartet das große Weihnachtsfest mit Kerzenschein und Nordmanntanne auf die Helfer. Von einer besinnlichen Weihnacht ist bei ihnen jetzt noch nichts zu spüren. Für die junge Frau wird es schließlich doch ein ganz besonderes Fest: Ihr Freund, ehemals Kapitän und jetzt aus Liebe zu ihr Lotse, hat Urlaub und kommt vorbei, zum ersten Mal in den Jahren ihres Zusammenseins.

26.12., ZDF, 18.15 Uhr: "Himmel, Herz und Hindernisse"

Kirche ist schon längst nichts mehr Selbstverständliches, und die Herausforderungen sind groß; wer wüsste das besser als die Pfarrerinnen und Pfarrer. Autorin Simone Jung hat deren Alltag aus nächster Nähe erlebt, denn sie hat mit ihrem Team einige Monate lang immer wieder die Pfarrerin Irmela Büttner in ihrer Gemeinde im hessischen Bieber nahe Offenbach besucht. Seit über zwei Jahren füllt sie ihre erste Pfarrstelle aus. Die 34-Jährige geht sichtlich in ihrer Arbeit auf. Wo zuvor drei Pfarrstellen besetzt wurden, gibt es heute jedoch nur noch eineinhalb. Irmela Büttner möchte ihrem Anspruch, für alle in ihrer Gemeinde da zu sein, gerecht werden. Was sie anpackt, macht sie mit Herzblut. Ihren Mann sieht sie unter der Woche nur zwischen Tür und Angel; es bleibt das Frühstück am Samstag, das dem Paar heilig ist; wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter könnte es wie in den meisten Gemeinden auch in Bieber viele Angebote gar nicht geben. Der 27-jährige Dirk Weikum ist Kirchenvorstand und Jugendleiter. Mit ihm können die Jugendlichen kochen, Fußball spielen, tanzen, aber sich über ernste Fragen sprechen: über den Glauben, den Tod, den Zweifel an Gott und der Welt. Er investiert viel Zeit in diese Aufgabe; sein Lohn sind Gemeinschaft und Zusammenhalt. Von diesem Gemeinschaftsgefühl schwärmt auch Küsterin Heidi Bonifer. Die Gemeinde ist für sie wie eine Familie. Sie selbst musste ihre Kindheit im Heim zubringen. Umso mehr weiß sie zu schätzen, was es bedeutet, füreinander da zu sein. Günter Weinknecht ist ein waschechter Bieberer, Zeit seines Lebens mit der Gemeinde verbunden. Regelmäßig nimmt er am überwiegend von Damen besuchten Seniorentreff "Spätlese" teil. Männer sterben einfach früher. Er ärgert sich über die Kürzungen von Pfarrstellen, denn Pfarrerin Büttner hat kaum Zeit, deswegen müssen die Senioren meist auf ihre Anwesenheit verzichten. Ein Geflecht aus persönlichen und alltäglichen Geschichten macht sichtbar, was den Zusammenhalt einer christlichen Gemeinschaft ausmacht und was Gemeindearbeit heute bedeutet. Der Film zeigt, wie es gelingt, in der heutigen Zeit, da die Mitgliederzahlen in den Kirchen rückläufig sind, das Interesse an Glaubensfragen wach zu halten: durch Engagement mit Herz.

27.12., Tagesschau24, 21.02 Uhr: "der moscheereport"

Der Beitrag "Islam und Homosexualität" geht der Frage nach, was islamische Lehre und Praxis zu dem Thema sagen. Welche Aussagen trifft der Koran, welchen Standpunkt vertreten die verschiedenen muslimischen Schulen, wie sieht gelebte Realität in Deutschland aus? Die Reihe dokumentiert Freitagspredigten in deutschen Moscheen und übersetzt sie aus dem Arabischen oder Türkischen ins Deutsche. Damit werden diese Predigten erstmals für ein deutschsprachiges Publikum verständlich und nachvollziehbar. Die Autoren fragen die Imame, was sie damit aussagen wollen, und diskutieren die Inhalte kritisch mit Islamwissenschaftlern und Experten. "der moscheereport" will die Vielfältigkeit muslimischen Lebens in Deutschland transparenter und verständlicher zu machen, unterzieht die gepredigten Inhalte aber auch einem kritischen Diskurs.

28.12., Phoenix, 18.30 Uhr: "Das Luther-Tribunal"

Was sich in Worms im April 1521 ereignete, zählt zu den Schlüsselmomenten deutscher Geschichte: Martin Luther sollte vor Kaiser und Reich seine Lehren widerrufen. Der Film rekonstruiert nicht nur die dramatischen Stunden vor der Versammlung der Mächtigen, er führt auch vor Augen, warum der ungleiche Kampf ausging, wie er ausging, und wie Luther zur Figur einer Zeitenwende wurde. Das Dokudrama lädt die Zuschauer mit seiner Mischung aus Spielszenen (mit Roman KNizka als Luther) und Erläuterungen von Historikern ein, den historischen Moment nachzuerleben und seine Bedingungen zu verstehen. Gleichzeitig erzählt der Film eine moderne Geschichte: Es ist der Einzelne, der sich von Zwängen befreit und für seine Überzeugung einsteht. Dabei beruft er sich auf sein Gewissen und seinen Glauben. Der zeitliche Rahmen des Films wird durch Ankunft und Abreise Luthers gesetzt, die zehn Tage im April 1521 bilden den dramaturgischen Leitfaden. Mittelpunkt der Inszenierung ist der Prozess selbst, der historisch hervorragend belegt ist. Die Innenstadt von Worms füllte sich zur Zeit des Reichstags mit Tausenden Menschen, mehr als doppelt so viele, wie die Stadt sonst Einwohner hat. Die Szenerie wird als räumliches Computermodell rekonstruiert. Virtuelle Kameraflüge führen zu den Schauplätzen des Geschehens. Führende Luther-Experten bringen den neuesten Forschungsstand in das Projekt ein.

28.12., Phoenix, 21.45 Uhr: "Die Inquisition"

Der Begriff Inquisition steht heute für eine der brutalsten Terrororganisationen der Geschichte. Mit ihrer Hilfe versetzten Kirche, Kaiser und Könige seit dem Hochmittelalter Europa in Angst und Schrecken. Die Reihe "Inquisition" zeigt, wie und warum religiöse Fanatiker und Psychopathen im Namen des Christentums ungestraft und mancherorts jahrhundertelang massenhaft foltern und morden konnten. Es geht um Täter und Opfer, um gnadenlose Gerichtsverfahren und grausame Strafen, kurz: um Leben und Tod. Die vierteilige Reihe startet mit einer Dokumentation über die religiöse Verfolgung in England. Sie beginnt, als Heinrich VIII. sich 1534 von der katholischen Kirche lossagt und die Church of England gründet. Viele Katholiken werden verhaftet und exekutiert. Seine Tochter Mary I. vollzieht eine schicksalhafte Wende. Während ihrer kurzen Regentschaft werden nun Protestanten wegen Ketzerei hingerichtet. Unter Elizabeth I. sind erneut die Katholiken das Ziel der Verfolgung. Die Templer wiederum gehören zu den einflussreichsten Ritterorden des Mittelalters. Ihre Macht war dem französischen König zu groß. Gnadenlos ließ er sie verfolgen, foltern und umbringen. Als willfährige Helfer erwiesen sich die Vertreter der Inquisition. Sie bezichtigten die Gotteskrieger der Ketzerei und Verderbtheit. Ähnlich lauten die Vorwürfe gegen die in Südfrankreich lebenden Katharer. Auch hier schreiten die Inquisitoren zu blutiger Tat. In den weiteren Teilen geht es unter anderem um die Ketzerverfolgung Ende des 15. Jahrhunderts in Spanien, der vor allem Juden und Moslems zum Opfer fielen.