Ex-EKD-Ratschef Huber will mehr Ökumene

Der Berliner Altbischof Wolfgang Huber

© epd-bild/Jürgen Blume

Der Berliner Altbischof Wolfgang Huber kritisierte im Zusammenhang mit den Reformationsfeierlichkeiten den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki.

Der evangelische Altbischof Wolfgang Huber hat die beiden großen Kirchen zu mehr Ökumene aufgefordert. "Wir gehen nun auf den dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt zu", sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag). "Wenn wir nicht zu weiteren Schritten einer bewussten Gemeinsamkeit bei allem Respekt vor den konfessionellen Unterschieden kommen, befürchte ich nach der Euphorie des Jubiläums von 2017 eine große Ernüchterung."

Die Ökumene als gemeinsames Bekenntnis der Konfessionen zu Christus sei das eigentliche Thema des 500. Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr gewesen, sagte der Berliner Altbischof Huber. Er kritisierte in diesem Zusammenhang den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki. Auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten habe der Kardinal im Kreis der katholischen Bischöfe auf besonders markante Weise Zurückhaltung signalisiert, vor weiteren Schritten in der Ökumene gewarnt und auf Abwarten gesetzt, sagte Huber. Manche ökumenische Entwicklungen hätten daher "auf einem Umweg um Köln herum stattgefunden".



Die evangelische Kirche hatte 2017 das 500. Jubiläum der Reformation gefeiert: Am 31. Oktober 2017 jährte sich der überlieferte Thesenanschlag von Reformator Martin Luther zum 500. Mal. Luthers Kritik an der damaligen römischen Kirche war Anlass für tiefgreifende Veränderungen in Kirche und Gesellschaft und Auslöser der Spaltung in evangelische und katholische Kirche. Am diesjährigen Reformationstag, der am Mittwoch begangen wird, hält Altbischof Huber die Festpredigt im zentralen Gottesdienst des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region.