Bischof verlangt besseren Schutz ungeborenen Lebens

ungeborenen Lebens

Foto: pixabay/Julia Fiedler

Ein possitiver Schwangerschaftstest.

Der Greifswalder evangelische Bischof Hans-Jürgen Abromeit verlangt eine bessere Unterstützung von schwangeren Frauen zum Schutz des ungeborenen Lebens.

Bei vielen Frauen, die sich für eine Abtreibung entschieden, fehlten einfach konkrete Hilfen, um eine Perspektive für sich als Mutter zu entwickeln, sagte Abromeit dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Greifswald. Das sei für ihn "in unserer reichen Gesellschaft ein Skandal".

Abromeit betonte, er habe "großen Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht der Frau". Ihm sei auch klar, dass hinter dem Wunsch nach Abtreibung immer eine Not stehe. Das Selbstbestimmungsrecht der Frau und das Lebensrecht des menschlichen Embryos seien konkurrierende Rechtsgüter. Eine Entscheidung sei schwer. Aber neues Leben beginne sowohl im medizinischen wie christlichen Sinne mit der Zeugung. "Das so entstandene Kind hat ein Recht auf Leben - das soll geschützt werden."

Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der evangelischen Nordkirche nimmt als erster evangelischer Bischof am "Marsch für das Leben" teil, der am Samstag durch Berlin führt. Abromeit wird beim Abschlussgottesdienst vor dem Hauptbahnhof am Abend predigen, bestätigte die Bischofskanzlei auf epd-Anfrage. An dem ökumenischen Gottesdienst beteiligt sich auch der katholische Berliner Weihbischof Matthias Heinrich. Zu der Veranstaltung aufgerufen hat der Bundesverband Lebensrecht, ein Zusammenschluss von 13 Lebensschutzorganisationen. Der Bundesverband protestiert damit zum 14. Mal gegen Abtreibung und Sterbehilfe.

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge hatte sich von der Kundgebung mit der Begründung distanziert, sie polarisiere mehr als dass sie zur sachlichen Diskussion anrege. Kritiker werfen den Abtreibungsgegnern religiösen Fundamentalismus vor. Frauenorganisationen wie der Frauenpolitische Rat Brandenburgs attestieren der Lebensschutzbewegung "konservative, zum Teil völkische und antifeministische Meinungen".