Mangelnde Ausbildungsreife ist Folge von Überbehütung

Mangelnde Ausbildungsreife ist Folge von Überbehütung
Die von Firmen oft beklagte mangelnde Ausbildungsreife von Jugendlichen ist nach Ansicht des Jugendforschers Klaus Hurrelmann auf den Erziehungsstil der Eltern zurückzuführen. "Das Verwöhnen und Überbehüten von Kindern greift immer mehr um sich - mit weitreichenden Folgen", sagte Hurrelmann der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen" (Samstag).

Unternehmen und Hochschulen begegneten bei der Nachwuchssuche immer häufiger jungen Menschen, die unsicher, unselbstständig und unfähig seien, mit Kritik umzugehen.

In der modernen schnelllebigen Zeit hätten Mütter und Väter den Eindruck, dass sie immer weniger beeinflussen könnten und entwickelten sich zu sogenannten Helikopter-Eltern, erklärte Hurrelmann. Zudem steige der die Zahl der Einzelkinder, die mehr Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekämen. "Deshalb begleiten so viele Eltern ihre Kinder zur Schule und bringen den schweren Tornister bis ins Klassenzimmer." Auch bei Konflikten in der Schule lösten sie die Probleme. "Für schlechte Noten sind dann die Lehrer verantwortlich", sagte der Wissenschaftler, der an der Hertie School of Governance in Berlin forscht.



Das Verwöhnen und Überbehüten von Kindern ist nach Meinung des Erziehungswissenschaftlers gut gemeint, sorgt aber dafür, dass Eltern ihren eigentlichen Erziehungsstil verfehlen. "Wenn Kinder nie ein Nein hören, nicht einmal kleinste Widerstände überwinden müssen und immer in engem Kontakt mit den Eltern stehen, dann entwickeln sie sich nicht in die starken und sozialen Persönlichkeiten, die sie sich wünschen."

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