Proteste gegen Nazis und Rechtsrock

Proteste gegen Nazis und Rechtsrock
Bei einem Rechtsrockfestival im südthüringischen Themar hat die Polizei am Samstagmittag knapp 500 Teilnehmer gezählt. Erwartet worden waren bis zu 1.500 Teilnehmer. Begleitet wurde das von Neonazis besuchte Event von Gegenprotesten.

Laut das Landespolizeidirektion Thüringen wurden bei dem Rechtsrockfestival zahlreiche Gesetzesverstöße festgestellt, unter anderem bis zum Mittag 16 Verstöße gegen das Kennzeichenverbot verfassungswidriger Organisation. Am Freitagabend war ein Fotojournalist von einem Rechtsextremisten geschlagen worden.

Zu den Gegenprotesten kamen am frühen Nachmittag rund 300 Menschen, wie ein Sprecher der "Mobilen Beratung in Thüringen" auf Anfrage sagte. In einer Ausfallstraße zum Gelände des Neonazikonzertes hatten sich mehrere Stände von Initiativen platziert. Außerdem gab es regelmäßige Friedensgebete in der Friedhofskapelle. Im Anschluss wurden jeweils bis zu 20 weiße Kreuze in die Nähe der Festivalwiese getragen und dort aufgestellt. Die Kreuze sollten die Todesoper rechter Gewalt in Deutschland symbolisieren, insgesamt 193 seit 1990. Das Rechtsrockfestival soll in der Nacht zu Sonntag zu Ende gehen, teilte die Polizei mit.



Bereits am Freitagabend hatten sich mehr als 200 Menschen an einem ökumenischen Friedensgebet in der Stadtkirche St. Bartholomäus beteiligt. Im Anschluss waren sie mit den weißen Kreuzen zur Festwiese der Rechtsextremisten gezogen. Neben Thüringens Innenminister Georg Maier und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD) nahm auch die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, an dem Gottesdienst teil.

Das Oberverwaltungsgericht in Weimar hatte am Mittwoch in zweiter Instanz ein Verbot des Rechtsrockkonzertes in Themar abgelehnt und damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Meiningen bestätigt.

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