Kirchen senden Grüße zum islamischen Fastenmonat

Bischof und Kirchenpräsident: Ramadan gehört auch zu Deutschland
Seegenswünsche der evangelischen Kirchen in Hessen zum Ramadan

Foto: epd-bild / Rolf Zöllner

Gläubige beten in der Sehitlik Moschee in Berlin zu Beginn des Fastenmonats Ramadan. Die beiden großen Kirchen in Deutschland sandten den Muslimen ihre Segenswünsche.

Am Mittwoch beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan. Die beiden großen Kirchen in Deutschland sandten den Muslimen ihre Segenswünsche, die beiden leitenden Geistlichen der evangelischen Kirchen in Hessen betonten, dass der Ramadan zu Deutschland gehöre.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben den Muslimen in Deutschland Segenswünsche zum Fastenmonat Ramadan übermittelt. "Möge der barmherzige Gott Sie durch die Fastenzeit begleiten und Ihre Gebete erhören!", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Dienstag in einer Grußbotschaft. In einer schnelllebigen Zeit gebe die Fastenzeit Gelegenheit, die Sinne zu schärfen und achtsamer zu sein. Der Fastenmonat beginnt am Mittwoch. Am 15. Juni wird das Ende des Ramadans mit dem Zuckerfest gefeiert.

Es sei die Aufgabe der Gläubigen, sich dafür einzusetzen, "dass die Menschheit sich als eine Familie von Gottes Geschöpfen begreift und wir einander gegenseitig achten und ehren. Das ist der Weg des Friedens, nach dem sich die Menschen weltweit heute vielleicht mehr denn je sehnen." Es dürfe keinen Ort geben, an dem die menschliche Würde nicht respektiert werde, sagte Kardinal Marx: "Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mensch zur gleichen Religionsgemeinschaft gehört." Zwar seien nicht alle Religionen gleich. Aber allen Menschen, ob sie an Gott glauben oder nicht, habe Gott die gleiche Würde zuerkannt.

Der islamische Fastenmonat Ramadan gehört nach Auffassung der beiden evangelischen Kirchen in Hessen auch zu Deutschland. Dies betonten die beiden leitenden Geistlichen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Martin Hein und Volker Jung, in einem am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Brief. Das Fest weise auf das Thema Solidarität hin, die sich auf den Glauben ebenso wie auf die Schwachen und Armen beziehe.

Jung und Hein äußern sich in dem Brief besorgt über die "befremdliche Diskussion", ob Muslime zu Deutschland gehörten oder nicht. Dies bringe die Integration in einer pluralistischen Gesellschaft nicht voran. "Wir stehen vor problematischen Entwicklungen, die wir nicht ignorieren können", heißt es in dem Brief. Dazu zählten zunehmende Anschläge auf Moscheen ebenso wie antisemitischen Äußerungen und Haltungen.