Altpräses Buß: Rücksichtslosigkeit nimmt zu

Alfred Buß, früherer Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen

Foto: epd-bild/Friedrich Stark

Alfred Buß, früherer Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und aktueller Sprecher der ARD-Sendung "Das Wort zum Sonntag" beklagt eine wachsende Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr, aber auch im gesellschaftlichen Miteinander.

Der frühere Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, beklagt eine wachsende Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr, aber auch im gesellschaftlichen Miteinander. "Die Unverfrorenheit nimmt zu, nicht nur auf der Autobahn", sagte der Theologe aus Unna im "Wort zum Sonntag" am Samstagabend im Ersten. Von jüdisch-christlichen Werten wie Nächstenliebe sei wenig zu spüren, vielmehr die Haltung: "Rücksichtslos Ellenbogen ausfahren, sich einen Dreck um andere scheren."

Buß rief dazu auf, solchem Verhalten mit klaren Grenzen zu begegnen, aber auch die Ursachen zu erforschen. "Drängeln, gaffen, filmen, Rettungskräfte behindern, gar angreifen - das ist nicht zu dulden", betonte der evangelische Pfarrer. "Allerdings sind mit den Strafen die Ursachen nicht weg." Möglicherweise handele es sich um Menschen, die im Leben ständig auf Ablehnung gestoßen seien, sagte Buß. "Dann landen sie bald in Verbitterung und Aggression: Wenn ihr mich schon nicht mögt, sollt ihr mich wenigstens fürchten."

Der Theologe erinnerte daran, dass Jesus auf jeden Menschen zugegangen sei und keinen verloren gegeben habe. Er habe sich mit ihnen an einen Tisch gesetzt, ihnen Vertrauen gegeben und sie "vom Baum ihrer Aggression" geholt.