Länder: Fehlende Investitionen in Krankenhäuser

Die Bundesländer vernachlässigen einem Zeitungsbericht zufolge Investitionen in Krankenhäuser. Einer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Samstag) vorliegenden Antwort des Bundesgesundheitsministeriums an den FDP-Politiker Wieland Schinnenburg stellten die Länder im vergangenen Jahr 2,98 Milliarden Euro für Investitionen in Kliniken zur Verfügung, im Jahr 2016 seien es 2,74 Milliarden Euro gewesen.

Schätzungen aus Wissenschaft und Praxis gingen von einem jährlichen Investitionsbedarf zwischen fünf und 6,6 Milliarden Euro aus, heißt es in der Antwort des Ministeriums.

In Nordrhein-Westfalen wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 770 Millionen Euro in Kliniken investiert. In Niedersachsen waren es 249 Millionen Euro, in Schleswig-Holstein 119 Millionen Euro. Mecklenburg-Vorpommern gab 50 Millionen Euro für die Krankenhäuser aus, Brandenburg 79 Millionen Euro. In Sachsen flossen rund 120 Millionen Euro Investitionskosten an die Kliniken.



In Deutschland sind die Länder für die Investitionen in Krankenhäuser zuständig. Die Betriebskosten werden von den Krankenkassen finanziert. Dabei werden für bestimmte Behandlungen Pauschalen definiert, die mit einem sogenannten Basisfallwert multipliziert werden.

Der Ministeriumsantwort zufolge sind die Löhne im Gesundheitswesen 2017 bundesweit deutlich stärker gestiegen, als die Basisfallwerte. Dies sei in vielen Bundesländern auch 2016 der Fall gewesen. Insgesamt elf Kliniken mussten den Angaben zufolge in den Jahren 2016 und 2017 Insolvenz anmelden.