Allianz fordert Konsequenzen aus Angriffen gegen Christen

Die Deutsche Evangelische Allianz hat ihre Forderung nach einem Beauftragten für Religionsfreiheit in der Bundesregierung erneuert. "Christenverfolgung ist auch in Deutschland eine bittere Wirklichkeit", erklärte Uwe Heimowski, Politikbeauftragter der theologisch konservativen Deutschen Evangelischen Allianz, am Samstag im thüringischen Bad Blankenburg. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten am Freitag unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA) berichtet, dass im vergangenen Jahr in Deutschland fast 100 gezielte Angriffe auf Christen erfasst worden seien.

Heimowski begrüßte, dass auf Initiative von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) 2017 erstmals christenfeindliche Straftaten gesondert erfasst wurden. Die Zahlen zeigten jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Viele Opfer würden eingeschüchtert und die Straftaten kämen gar nicht erst zur Anzeige, sagte der Politikbeauftragte. Er forderte eine genaue Analyse der Hintergründe der Straftaten, um Täter zu identifizieren und präventiv zu handeln. Heimowski warnte zugleich davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Es gehe darum, Christen zu schützen, nicht Vorurteile gegen vermeintliche Tätergruppen zu schüren.

Bereits Anfang November hatten Menschenrechtler und Kirchenvertreter anlässlich der später gescheiterten Sondierungen für eine Jamaika-Koalition die Berufung eines Beauftragten der Bundesregierung für Religionsfreiheit gefordert. Die Deutsche Evangelische Allianz fungiert als Dachverband für rund 1,3 Millionen evangelikal, pietistisch und charismatisch ausgerichtete Christen aus Landes- und Freikirchen.