Friedensbeauftragter fordert völkerrechtliches Verbot für Atomwaffen

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat ein völkerrechtliches Verbot für Atomwaffen gefordert. Sie seien die einzigen Massenvernichtungswaffen, die noch nicht weltweit geächtet sind, sagte er am Freitagabend im Bremer Rathaus bei einem Senatsempfang für die Bremer Akteure des Friedensnobelpreisträgers 2017, der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von nuklearen Waffen (ICAN).

Brahms, der auch der theologische Repräsentant der Bremischen Evangelischen Kirche ist, appellierte an die Politik, diese völkerrechtliche Lücke zu schließen. Das Ziel müsse eine atomwaffenfreie Welt sein. "Dies gilt auch, wenn nicht alle Staaten diesen Schritt von Anfang an mitgehen", sagte er laut Redemanuskript.

"Aus Sicht evangelischer Friedensethik kann die Drohung mit Nuklearwaffen heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden", unterstrich Brahms. Er rief die Bundesregierung auf, sich an internationalen Verhandlungen zur nuklearen Rüstungskontrolle zu beteiligen, um so einen positiven Beitrag zur Weiterentwicklung des Völkerrechts zu leisten. "Gerade in Zeiten der verbalen Eskalation zwischen Nordkorea und den USA wird deutlich, wie wichtig konkrete Schritte zur atomaren Abrüstung und zum grundsätzlichen Verbot der Atomwaffen sind."

Das Netzwerk ICAN mit Hauptsitz in Genf umfasst 468 Organisationen in 100 Ländern, darunter die "Internationalen Ärzte für die Verhütung eines Atomkriegs" (IPPNW). Der Friedensnobelpreis ist die höchste Auszeichnung für Friedensbemühungen weltweit. Gestiftet wurde er von dem schwedischen Chemiker und Industriellen Alfred Nobel (1833-1896).