Neuer Film für Berliner Homosexuellen-Denkmal

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten bekommt einen neuen Film. Ein internationales Gutachtergremium habe aus elf Vorschlägen das Konzept der israelischen Multimediakünstlerin Yael Bartana ausgewählt, teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Donnerstag in Berlin mit.

Der neue Film soll bis Ende Mai umgesetzt und dann anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Denkmals im Rahmen eines Festaktes mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 3. Juni erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Zu dem nichtöffentlichen Wettbewerb hatte das dänisch-norwegische Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset als Erbauer des Denkmals elf Künstler eingeladen. Finanziert wurde er nach Angaben der Stiftung von Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Das zentrale Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde am 27. Mai 2008 eingeweiht. In dem grauen Kubus gegenüber dem Holocaust-Mahnmal läuft in Endlosschleife ein Film, der durch ein Fenster betrachtet werden kann und der alle paar Jahre gewechselt wird. Der erste Film von Elmgreen und Dragset zeigte zwei sich küssende Männer. Er wurde 2012 durch die Sequenzen "Kuss ohne Ende" abgelöst, die zeigen, wie Menschen auf sich küssende Männer- oder Frauenpaare reagieren.

Ein erneuter Wechsel zu dem ersten Film mit den küssenden Männern war später nur von kurzer Dauer, nachdem sich herausstellte, dass einer der aus Dänemark stammenden Protagonisten einen rechten Hintergrund haben soll. Seitdem wird wieder der "Kuss ohne Ende" gezeigt, der nun im Juni dann doch zu Ende geht.