Maria im Müllwagen - Kirche verschickt provokante Weihnachtskarte

Die offizielle Weihnachtskarte der braunschweigischen Landeskirche.

Foto: epd-bild / Charlotte Morgenthal

Die offizielle Weihnachtskarte der braunschweigischen Landeskirche. Auf dem Bild der rheinischen Künstlerin Beate Heinen ist die weihnachtliche Krippenszene in einen Muellwagen verlegt worden.

Maria im Müllwagen - Kirche verschickt provokante Weihnachtskarte
Mit einem provokanten Motiv auf ihrer Weihnachtskarte sorgt die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig für Aufsehen.

Das Bild mit dem Titel "Noch leuchtet der Stern" der rheinischen Künstlerin Beate Heinen zeigt Maria, die mit dem Jesuskind im Arm in einem Müllauto sitzt. "Wie ein Stück Dreck ergeht es den beiden", sagte Landesbischof Christoph Meyns. Das Motiv erinnere an die vielen Menschen in der Welt, die tatsächlich so behandelt würden, die auf Müllkippen nach Verwertbarem suchten, als Sklaven in Rohstoffminen schufteten oder als Kindersoldaten missbraucht würden. "Behandelt wie eine Ware, die man benutzt und dann wegwirft."

Die offizielle Weihnachtskarte der Landeskirche wird jedes Jahr an rund tausend Personen des öffentlichen Lebens verschickt. Mit Blick auf die heutigen Bedrohungen von Gerechtigkeit und Frieden sei das Motiv ganz bewusst ausgewählt worden, erläuterte Kirchensprecher Michael Strauß: "Weihnachten, so sagt die Karte, ist viel mehr als ein rührseliges Familienfest für Wohlstandsbürger."

Das Bild von der Krippenszene im Müllwagen und den Müllmännern auf der Straße, die die abgeschmückten Tannenbäume entsorgten, sei erschreckend, sagte Meyns. Die drastische Szene werde jedoch von einem Stern erhellt, der groß und klar am Himmel leuchte, betonte der Bischof. Dieses Bild zeige die Aktualität der Botschaft von der Geburt Jesu. Maria und das Kind seien noch nicht vom Dunkel der Nacht verschluckt worden: "Noch ist der Kern des Weihnachtsfeste nicht völlig verschwunden hinter dem Konsum und dem, was er an Abfall zurücklässt."

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