Indonesien: Präsident Widodo ruft zur Erschießung von Dealern auf

In Indonesien haben Menschenrechtler die Ankündigung von Präsident Joko Widodo, insbesondere ausländische Drogendealer notfalls bei der Verhaftung erschießen zu lassen, scharf verurteilt. Der Vorstoß könne in Gesetzesverstöße und massive Menschenrechtsverletzungen wie außergerichtliche Hinrichtungen und Massentötungen ausarten, sagte der Indonesien-Chef von Amnesty International, Usman Hamid, der Zeitung "Jakarta Globe" am Sonntag.

Als Vergleich führte der Menschenrechtler den vom philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte geführten "Anti-Drogen-Krieg" an, bei dem bisher Tausende Menschen getötet wurden. Dies sei eine falsche Herangehensweise für ein demokratisches Land, sagte Hamid.

"Habt kein Mitleid mit ihnen, erschießt sie einfach, wenn sie auch nur den geringsten Widerstand leisten", hatte Widodo in der Nacht zum Samstag zum Umgang mit ausländischen Drogendealern gesagt. Indonesiens Polizei und auch Militär arbeiteten in dieser Angelegenheit zusammen, so der Präsident weiter.



Zuvor hatte bereits der Chef der Nationalen Polizei, Tito Karnavian erklärt, dass Drogenschmuggler deshalb nach Indonesien kämen, weil sie die hiesige Strafverfolgung als schwächer einstuften als in Singapur, Malaysia und den Philippinen. Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei nach einem Rauschgiftfund im Wert von umgerechnet mehr als 100 Millionen US-Dollar vier mutmaßliche Dealer aus Taiwan verhaftet. Einen davon hatten die Beamten erschossen, als dieser zu fliehen versuchte.

Im März 2013 hatte Indonesien ein vierjähriges Moratorium auf die Vollstreckung der Todesstrafe beendet und erstmals wieder einen Mann aus Malawi wegen Drogenschmuggels hingerichtet. Trotz weltweiter Proteste gab es weitere Hinrichtungen.

Der seit Oktober 2014 amtierende Präsident Widodo hat das harte Vorgehen wiederholt verteidigt. Zur Begründung verwies er auf die Zahl der Drogentoten in Indonesien. Demnach sterben in dem muslimisch dominierten Land mit 250 Millionen Einwohnern täglich bis zu 50 Menschen durch Drogenkonsum.