Direktor der Luthergedenkstätten: Museen werden Luther nicht gerecht

Direktor der Luthergedenkstätten: Museen werden Luther nicht gerecht
Der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, Stefan Rhein, will die Theologie Martin Luthers an den Lutherorten wieder aufleben lassen. "Ich finde, die Museen werden Luther noch längst nicht gerecht", sagte er der "Zeit" laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

"Unsere Vorfahren waren da klüger, weil sie seine Theologie an den Lutherorten aufleben ließen: durch eine Diakoniestation oder eine Armenschule." Erst das "geschichtsselige 19. Jahrhundert" habe daraus Museen gemacht, fügte Rhein hinzu. "Meine Aufgabe ist, die Gedenkorte zurückzuverwandeln in Denkorte und Begegnungsstätten."

Viele der Besucher, vor allem die Amerikaner, kämen als Pilger, sagte Rhein. "Für sie ist Wittenberg ein Ort der Verehrung, wo sie sich ihres Glaubens vergewissern. Deshalb darf ich Luther nicht dekonstruktivistisch auf den Kopf stellen, sondern muss die religiösen Gefühle unserer Gäste ernst nehmen."

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt wurde 1997 gegründet. In ihrer Obhut befinden sich fünf Museen: Martin Luthers Geburtshaus und das Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben, Luthers Elternhaus in Mansfeld sowie das Lutherhaus und das Melanchthonhaus in Wittenberg.

Dr. Stefan Rhein, Vorstand und Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, sagt im Video, welche Rolle die Reformation und das Reformationsjubiläum 2017 für uns spielen, warum sich die evangelische und katholische Kirche nicht zusammentun und wann alle Weltreligionen einmal zusammen das Reformationsjubiläum feiern werden:

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