Jörg Zink ist tot

Theologe Jörg Zink beim Kirchentag in Bremen

Foto: epd-bild/Stefan Arend

Jörg Zink auf dem Kirchentag 2009 in Bremen

Jörg Zink ist tot
Der evangelische Theologe und Bestseller-Autor Jörg Zink ist am vergangenen Freitag im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Stuttgart gestorben, wie seine Familie am Sonntag mitteilte.

Als Prediger und Autor erreichte Zink Millionen von Menschen. Er schrieb rund 200 Bücher, mehr als hundert Mal sprach der Geistliche in der ARD das "Wort zum Sonntag". Zink galt als einer der wichtigsten Mitstreiter der Friedens- und Ökologiebewegung. 1965 übersetzte Zink das Neue Testament in eine verständliche, zeitgemäße Sprache und landete damit einen Bestseller. 40 Filme, zahlreiche für den Hörfunk gestaltete Gottesdienste und Andachten sind mit seinem Namen verbunden. Für sein Lebenswerk erhielt er 2004 den Predigtpreis des Verlags der Deutschen Wirtschaft. Im vergangenen Jahr wurde er zum Ehrenprofessor des Landes Baden-Württemberg ernannt.

"Jörg Zink hat in herausragender Weise kirchliches und geistliches Leben in Württemberg und darüber hinaus geprägt", würdigte der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, den Verstorbenen. "Er hat sich im Sinne der Verkündigung des Evangeliums kritisch und leidenschaftlich für die Bewahrung der Schöpfung, für Frieden und Gerechtigkeit sowie für den interreligiösen Dialog und die Ökumene eingesetzt. Er war ein großer Kommunikator des Evangeliums."

Auch der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, würdigte Jörg Zink als herausragende evangelische Persönlichkeit gewürdigt: "Jörg Zink hat die Herzen vieler Menschen erreicht – auf Kirchentagen, im Fernsehen und durch seine Bücher. An ihm hat mich immer beeindruckt, wie er persönliche Frömmigkeit und Engagement für die Welt miteinander verbunden hat. Das Bekenntnis zu Gott als dem Schöpfer war für ihn nicht vorstellbar ohne den Einsatz für die Bewahrung der Natur. Er hat mit diesem authentischen Glaubenszeugnis viele Menschen inspiriert. Die evangelische Kirche ist ihm zu großem Dank verpflichtet."

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erinnerte am Montag in Stuttgart an das Friedens- und Umweltengagement Zinks. Wie nur wenigen Menschen sei es ihm gelungen, die christliche Botschaft "aktuell und lebendig, ja drängend und existenziell werden zu lassen", schrieb Kretschmann. Er erinnerte auch daran, dass Zink Gründungsmitglied der Grünen war.

Zink wurde am 22. November 1922 in Elm in Hessen geboren, studierte in Tübingen Theologie und Philosophie und promovierte bei Helmut Thielicke in Hamburg zum Thema "Der Kompromiss als ethisches Problem". Nach zwei Jahren als Pfarrer in Esslingen arbeitete er von 1957 bis 1961 als Direktor des Burckhardthauses in Gelnhausen, dem zentralen Fortbildungsinstitut der Evangelischen Kirche in Deutschland für Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit. Daran schlossen sich fast 20 Jahre als Landespfarrer für Fernsehen der württembergischen Landeskirche an. Darüber hinaus bereiste er immer wieder die Länder des Nahen Ostens, insbesondere Israel, und produzierte Filme und Bücher über die Religionsgeschichte und Kultur dieser Länder. Auch einige Liedertexte des Evangelischen Gesangbuchs stammen aus seiner Feder, u.a. "Der Abend kommt" (EG 673).

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