Evangelische Frauen kritisieren Prostituierten-Schutzgesetz

Prostitution

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Evangelische Frauen kritisieren Prostituierten-Schutzgesetz
Der Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland sieht deutliche Mängel in dem vom Bundestag beschlossenen Schutzgesetz für Prostituierte.

Wie schon die Opposition im Parlament kritisiert der Verband die geplante Anmeldepflicht für Prostituierte. Diese seien noch immer in hohem Maß gesellschaftlich stigmatisiert, sagte die stellvertretende Vorsitzende des kirchlichen Frauenverbandes, Angelika Weigt-Blätgen, am Montag in Hannover: "Ich bezweifle, dass sich viele der Prostituierten anmelden. Sie riskieren den Verlust ihrer Wohnung oder einer weiteren Beschäftigung, wenn ihre Tätigkeit als Prostituierte bekannt wird."

Auch die geplante verpflichtende Gesundheitsberatung sieht Weigt-Blätgen kritisch. "Die Erfahrungen unserer evangelischen und ökumenischen Beratungsstellen zeigen, dass Gesundheitsberatungen vor allem dann erfolgreich sind, wenn sie auf freiwilliger Basis erfolgen."

Die ebenfalls vorgesehene Einführung einer Erlaubnispflicht für das Prostitutionsgewerbe hält der Frauenverband dagegen für zwingend erforderlich. Dabei werden nicht nur Bordelle und bordellartige Betriebe erfasst, sondern alle Erscheinungsformen gewerblicher Prostitution. "Jedes Gewerbe muss ordnungsgemäß angemeldet sein - so auch ein Bordell", sagte Susanne Kahl-Passoth, Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland. Das Gesetz soll im Juli kommenden Jahres in Kraft treten.

Der Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland mit Sitz in Hannover ist nach eigenen Angaben die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Zu dem Verband gehören 39 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund drei Millionen Mitgliedern.

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