Bericht: Außenamt hält Rückführung nach Afghanistan für kaum möglich

Bericht: Außenamt hält Rückführung nach Afghanistan für kaum möglich
Angesichts der bedrohlichen Sicherheitslage in Afghanistan hält das Auswärtige Amt nach einem Bericht des "Spiegel" eine Rückführung abgelehnter Asylbewerber für kaum möglich.

Der Politische Direktor des Ministeriums, Andreas Michaelis, habe bei einem Treffen mit der AG Außenpolitik von CDU/CSU-Fraktion auf die zunehmend gefährliche Situation verwiesen, heißt es in einer Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins vom Donnerstag. Michaelis habe sich dabei auf einen internen Lagebericht der Botschaft in Kabul gestützt.

Mehr zu Afghanistan
Migranten campieren an der Grenze zu Polen
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, kritisiert den Umgang der Europäischen Union mit geflüchteten Menschen an den EU-Außengrenzen.
Bundeswehr-ISAF-Schutztruppe in Mazar-e Sharif
Mit einer Evakuierungsmission endete vor knapp drei Monaten der Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Die evangelische Kirche fordert nun eine Aufarbeitung. Der frühere Wehrbeauftragte Robbe sieht die Bundesrepublik weiter in der Verantwortung.

Darin werde eine "dramatische Erhöhung der Bedrohungslage" verzeichnet. Die radikalislamischen Taliban hätten sich stärker ausgedehnt als zu Beginn des Nato-Militäreinsatzes 2001. In jedem zweiten afghanischen Bericht wird demnach die Gefahr für Leib und Leben als "hoch" oder "extrem" eingestuft. Selbst in bislang als relativ sicher geltenden Landesteilen wachse die Bedrohung rasant. Die Situation werde "auf absehbare Zeit weiterhin auch echte Asylgründe hervorbringen".