Pro Asyl: Flüchtlinge werden behandelt wie Bauern auf Schachfeld

Ein Flüchtlingskind blickt am 13.09.2015 am Bahnhof von Uelzen (Niedersachsen) aus einem ankommenden Zug.

Foto: dpa/Philipp Schulze

Ankunft von Flüchtlingen am Bahnhof Uelzen, Niedersachsen.

Pro Asyl: Flüchtlinge werden behandelt wie Bauern auf Schachfeld
Angesichts der deutschen Grenzkontrollen hat die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl der Bundesregierung vorgeworfen, Flüchtlinge zur Durchsetzung politischer Interessen zu benutzen.

"Die Flüchtlinge werden von Deutschland behandelt wie die Bauern auf dem Schachfeld der Mächtigen", sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt am Montag in Frankfurt am Main. Die Kontrollen hielten Menschen nicht von der Flucht ab. Sie verlängerten aber die Wege und verschafften den Schleppern neue Profitmöglichkeiten.

Burkhardt wertete die Wiedereinführung der Grenzkontrollen sogar als rechtswidrig. Sie seien nur erlaubt, wenn eine ernsthafte Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit dies erfordere. Auf die derzeitige Situation treffe dies nicht zu. "Flüchtlinge sind Schutzsuchende und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung", sagte Burkhardt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Sonntag mitgeteilt, dass besonders an der deutsch-österreichischen Grenze vorübergehend wieder Grenzkontrollen eingeführt werden. Er begründete den Schritt mit dem anhaltenden Andrang Asylsuchender, die über Ungarn und Österreich nach Deutschland kommen. Die Bundesregierung dringt auf eine solidarische Verteilung von Flüchtlingen in Europa, bei der andere Mitgliedstaaten mehr Asylsuchende aufnehmen müssten. Für Montag war ein Treffen der EU-Innen- und -Justizminister geplant, um darüber zu verhandeln.

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