Europäische Kirchen verlangen Hilfe für Flüchtlinge aller Religionen

Europäische Kirchen verlangen Hilfe für Flüchtlinge aller Religionen
Kirchen und kirchliche Verbände in Europa rufen die Politik dazu auf, Flüchtlingen unabhängig von ihrer Religion großzügig zu helfen.

"Die Europäische Union sieht sich einer humanitären Krise gegenüber", schreiben die Kirchenvertreter in einem Brief an die Innenminister der 28 EU-Länder, die am kommenden Montag in Brüssel zusammenkommen. Die Länder müssten sich nicht nur gemeinsam um die Flüchtlinge an den EU-Grenzen kümmern, sondern auch sichere Reisewege aus den Krisengebieten nach Europa schaffen, etwa durch die Erteilung humanitärer Visa.

Unterzeichner des Schreibens sind die ökumenische Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), die Flüchtlingskommission der europäischen Kirchen (CCME), der europäische Diakonieverband Eurodiaconia sowie die beiden Entwicklungsverbände Eucord und Act Alliance.

Mehr zu Flucht und Vertreibung
Über 700 Geflüchtete sind in den vergangenen Tagen von privaten Rettungsschiffen vor dem Ertrinken gerettet worden. Sie brauchen einen Hafen, um an Land zu gehen.

Die Kirchenvertreter plädieren unter anderem für die Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Staaten nach einem Schlüssel, wie es die EU-Kommission vorgeschlagen hat. Dabei müssten die Wünsche und Beweggründe der Flüchtlinge so gut wie möglich berücksichtigt werden, verlangen sie. Die Schutzsuchenden müssten menschenwürdig untergebracht und versorgt werden.

Außerdem müsse das europäische Asylsystem um ein "bisher fehlendes Element" ergänzt werden: Anerkannte Flüchtlinge müssten unkompliziert in ein anderes EU-Land umziehen dürfen, wenn es dort Arbeit für sie gebe.

Europas Flüchtlingspolitik führe zu "Tod, Not und Entmenschlichung"

Die Unterzeichner des Briefes werfen Europa eine verfehlte Flüchtlingspolitik vor, die zu "Tod, Not und Entmenschlichung" geführt habe. Diese sei inakzeptabel und müsse sich dringend ändern. Zugleich habe es in letzter Zeit auch bemerkenswerte Hilfe für Flüchtlinge gegeben, etwa aus Österreich, Deutschland, Italien und Schweden, unterstreichen sie.