Auch evangelische Kirchen in der Schweiz haben Nachwuchssorgen

Zu wenige Schweizer studieren Theologie, ab 2020 droht aktuer Pfarrermangel. Verschiedene Kantone wollen deshlalb verstärkt Quereinsteigern den Weg ins Pfarramt ermöglichen.

Die evangelisch-reformierten Kirchen in der Schweiz sorgen sich um den Nachwuchs. In den nächsten Jahren gehen zahlreiche Pfarrer in den Ruhestand. Die Zahl der Studenten an den theologischen Fakultäten reicht nicht aus, um diese Lücken zu schließen. Neben originellen Werbemaßnahmen, mit denen das Theologiestudium für junge Leute attraktiv gemacht werden soll, gibt es auch Bestrebungen, das Pfarramt für Quereinsteiger zu öffnen.

Am weitesten gediehen sind die Pläne, "lebens- und berufserfahrenen" Quereinsteigern den Zugang zum Pfarrdienst zu eröffnen, in den reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Für das Ausbildungsprogramm "Ithaka" (Intensivstudium Theologie für Akademikerinnen und Akademiker) geht das Auswahlverfahren für 20 Plätze im Oktober zu Ende. Offen steht dieser Studiengang Akademikern mit universitärem Masterabschluss und Berufserfahrung.

Ab Sommer 2015 beginnen die Teilnehmer ein dreijähriges Theologiestudium an der Universität Bern, das ähnliche Leistungsanforderungen - Hebräisch und Altgriechisch - wie ein sechsjähriges Vollstudium vorsieht. Lediglich bei den Wahlfächern ist das Intensivstudium abgespeckt. Nach einem zwölfmonatigen Lernvikariat, das mit dem Staatsexamen abgeschlossen wird, stehen 2019 bis zu 20 ordinierte Pfarrer zur Verfügung. Mit diesem einmaligen Angebot, für das kirchliche und staatliche Stipendien angeboten werden, soll dem Pfarrermangel begegnet werden, der sich ab 2020 abzeichnet.

Auch in den übrigen Schweizer Kantonen sehen sich die evangelischen Kirchen wegen des Einbruchs bei der Zahl der Theologiestudierenden und der großen Zahl anstehender Pensionierungen herausgefordert. Unter dem Kürzel "Quest" wollen sie einen Studiengang für Quereinsteiger in den Pfarrberuf entwickeln, der ursprünglich ebenfalls im Jahr 2015 starten sollte. Während die beteiligen Kirchen und die Theologische Fakultät Basel dem Konzept zustimmen, sieht die Theologische Fakultät Zürich als Kooperationspartner weiteren Klärungsbedarf, etwa hinsichtlich der Dauer des Studiums. 

Trotzdem soll die Weiterentwicklung von "Quest" zweigleisig fortgesetzt werden. Die beiden beteiligen theologischen Fakultäten Basel und Zürich sollen einen Vorschlag für die Ausbildung von Quereinsteigern machen. Zugleich prüfen die Kirchen alternative Wege wie andere Kooperationspartner für die Umsetzung des Studiengangs. Eine Möglichkeit wäre es, die Schweizer Quereinsteiger für den Pfarrberuf in Marburg ausbilden zu lassen, wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtete. In Marburg wird bereits seit längerem ein berufsbegleitendes Studium der evangelischen Theologie angeboten.

aus dem chrismonshop

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