Malaysische Christen beklagen Diskriminierung

Malaysische Christen beklagen Diskriminierung
Protestanten auf Borneo wehren sich zum "Malaysia Day" auch gegen Zwangsbekehrungen und sprachliche Beschränkungen. In Malaysia leben rund drei Millionen Christen.

Die protestantischen Kirchen des malaysischen Borneostaats Sabah dringen auf die freie Ausübung ihrer Religion. Regierung, Justiz und Parlament des überwiegend islamischen Landes trampelten auf den verfassungsmäßig garantierten Rechten der Minderheitsreligionen herum, hieß es in einer am Mittwoch (Ortszeit) in Sabahs Hauptstadt Kota Kinabalu veröffentlichten Resolution des Rates der Kirchen von Sabah, wie malaysische Medien berichteten. In der Verfassung sei neben dem Islam als "Religion der Föderation" auch die freie Glaubensausübung Andersgläubiger festgeschrieben.

Der Rat kritisierte zudem die Zwangsislamisierung von Christen in Sabah und ein Verbot, "Allah" als Wort für Gott in Bibeln und anderen christlichen Publikationen in malaiischer Sprache zu benutzen. Gleichzeitig distanzierten sich die Vertreter den Berichten zufolge von einer immer stärker werdenden Bewegung, die für die Unabhängigkeit Sabahs von Malaysia eintritt.



Die "Resolution von Kota Kinabalu" war nach einer dreitägigen Konferenz unter dem Motto "Mamangkis" anlässlichen des "Malaysia-Tages" gefasst worden. Mamangkis ist der Name des alten Kriegsrufs der Borneostämme der Kadazandusun. Mehr als 60 Prozent der rund drei Millionen Christen Malaysias leben in Sabah und seinem Nachbarland Sarawak. Beinahe alle Christen gehören den Stämmen der Ureinwohner an.

Mit dem Malaysia Day am 16. September erinnert das Land an die Gründung der malaysischen Föderation durch den Beitritt der beiden Borneostaaten Sabah und Sarawak. Zusammen mit Malaya und Singapur war am 16. September 1963 der Staat Malaysia entstanden. Singapur wurde bereits zwei Jahre später wieder aus der Föderation ausgeschlossen.

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