Schon wieder ein Allzeit-Hitzerekord gebrochen. Am letzten Wochenende im Juni wurde die Hitze für viele lebensbedrohlich. Die Klimakrise ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr. Wo gibt es jetzt noch Orte, an denen hitzegeplagte Menschen etwas Abkühlung finden können?
Natürlich: In den Kirchen. Ja, woanders auch, aber wir sind hier nun mal bei evangelisch.de und freuen uns, dass wir was für die Allgemeinheit tun können! Schon am bundesweiten Hitzeaktionstag 11. Juni – also vor der aktuellen extremen Hitzewelle – wies die EKD auf die Aktion #kühleKirchen hin. Denn viele Gemeinden brauchen wirklich nicht viel, um den Menschen in dieser Situation zu helfen. Da steht ein kühles Gebäude – es muss nur offen sein. Vielleicht Wasser bereitstellen. Vielleicht sogar ab und zu jemand, der vorbeischaut für Gespräche in der ruhigen, angenehmen Atmosphäre.
Natürlich, oft scheitert das am Personal für die kleinen Tätigkeiten, die dafür nötig sind. Aufsperren, Zusperren, zwischendurch mal reinschauen, ob alles in Ordnung ist. Und manche Kirchengebäude sind auch nicht geeignet, weil sie sich selbst zu sehr aufheizen. Aber gerade in den Dorf- und Stadtzentren finden sich genügend altehrwürdige Gemäuer mit jahrhundertealten dicken Mauern, die der Hitze lange trotzen. In unserer Schweinfurter St. Johanniskirche, dem ältesten Gebäude der Stadt, waren’s selbst am Freitag, 26.6., vor dem heißesten Samstag aller Zeiten noch halbwegs angenehme 24 Grad.
Auf Social Media stieß ich dabei auf eine interessante Frage. jazznrhythm fragte auf Threads:
Angesichts der hohen Temperaturen: Was kann man eigentlich alles so in Kirchen machen? Schreiben, lesen, häkeln, Notebook aufklappen oder wäre das respektlos und unangebracht?
Ehrlich gesagt: Alles das! Solange es niemand anderen stört – willkommen bei uns in der kühlen Kirche! Glas Wasser gefällig? Brauchen Sie Strom fürs Notebook?
So gastfreundlich und menschenfreundlich stelle ich mir Kirchen vor. So, hoffe ich, können wir zu einer kühlen Oase für die Menschen werden. Zu einem Ort, an dem sie aufatmen und zur Ruhe kommen können. Für Körper und Geist.
Ach übrigens: Auch in Italien ist die Hitzewelle ungewohnt drastisch. In Neapel sind manche Kirchen nun länger geöffnet, insbesondere in der Mittagszeit, in der die Kirchen normalerweise schließen.
Gut so! Dafür, finde ich, sollten die Kirchen da sein: Für die Menschen und ihr Wohlergehen.
Kommen Sie gut durch den Sommer!




